Während der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind die gesetzlichen Grenzwerte für radioaktives Jod und Caesium im Meereswasser vorübergehend um das 50.000 bis 200.000-fache überschritten worden. In der Folge wurde in Obst, Gemüse und Fleisch aus der Präfektur Fukushima stark erhöhte Radioaktivität nachgewiesen. In einem Radius von dreißig Kilometern mussten alle Anwohner evakuiert werden, 100.000 bis 150.000 Menschen haben das Gebiet verlassen und werden nie wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Der Störfall ist auf der INES-Skala mit der höchsten Stufe 7 (Katastrophaler Unfall, bis zum März 2011 nur in Tschernobyl eingetreten).
Die Langzeitfolgen für die Umwelt sind bisher nur schwer abzuschätzen, eine erste Untersuchung haben namhafte Wissenschaftler aus Deutschland vorgestellt: Die Reaktorkatastrophe von Fukushima wird weitreichende Folgen für den Pazifik und die dort vorhandenen Lebensräume haben. Die Messwerte von TEPCO und dem japanischen Wissenschaftsministerium zeigen, daß das Meer um Fukushima hochgradig verseucht ist. Es ist davon auszugehen, daß sich die radioaktiven Substanzen weiträumig verteilen und in den Nahrungsketten von unten nach oben anreichern werden. Ein großes Problem ist die Kühlung der geschmolzenen Kerne durch Einleitung von Wasser, um noch Schlimmeres zu verhindern: Durch undichte Stellen in den Sicherheitsbehältern und Abklingbecken gelangt kontaminiertes Kühlwasser permanent in die Umwelt. Die Wissenschaftler fordern ein flächendeckendes Netz unabhängiger Meßstationen und epidemiologische Untersuchungen, die Neubewertung von Grenzwerten, sowie den weltweiten Ausstieg aus der Kernenergie.