Atommüllager Gorleben: Standortsuche wäre der richtige Weg

Erkundungsbergwerk Gorleben, Foto: Fice/wikicommons, gemeinfrei
Erkundungsbergwerk Gorleben

Das Erkundungsbergwerk Gorleben wurde nach einer mehrjährigen Standortsuche von der damaligen niedersächsischen Landesregierung (Alleinregierung der CDU unter Ministerpräsident Ernst Albrecht) 1979 zum Standort erklärt, der für ein Atommüllendlager für Westdeutschland erkundet werden soll. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Entscheidung für Gorleben weniger aufgrund geowissenschaftlicher Gesichtspunkte, sondern aus strukturpolitischen Gründen getroffen worden: Die strukturschwache Gegend an der innerdeutschen Grenze sollte wirtschaftlich aufgewertet werden. Zwischen 1979 und 2000 wurde zuerst oberirdisch und dann unterirdisch "erkundet". Seit 1995 wurde deutscher Atommüll aus den Wiederaufbereitungsanlagen in Sellafield (Großbritannien) und La Hague (Frankreich) oberirdisch in Castoren eingelagert. 102 dieser Behälter stehen in Gorleben, ihr Transport und vor allem ihre Ankunft im Wendland sind seit Jahren Anlass für Massenproteste und -blockaden.

Demonstrationszug mit Banner: Atommüll gibt es viel zu viel - Stilllegung bleibt unser Ziel, Foto: BUND
Protest gegen die Lagerung von Atommüll in Gorleben

Der größte Streit in der deutschen Endlager-Debatte dreht sich nach wie vor um Gorleben: Insbesondere die Betreiber der Atomkraftwerke aber auch Teile der Politik setzen darauf, dass die Endlagersuche schließlich auf diesen Standort hinausläuft. Dies hat wirtschaftliche und praktische Motive. Zum einen wurden in Gorleben schon erhebliche Summen investiert. Zum anderen befindet sich hier bereits ein Großteil des hochradioaktiven Mülls aus deutschen AKW – eingeschlossen in Castor-Behältern in der oberirdischen Zwischenlagerhalle. Unter Sicherheitsaspekten ist ein Endlager für hochradioaktiven Müll in Gorleben inakzeptabel: Geologische Gutachten verweisen auf ein unzureichendes Deckgebirge und Verbindungen zum Grundwasser.

Zehn Jahre Moratorium – jetzt wird weiter "geforscht"

Das gelbe X, Symbol des Widerstands im Wendland, Foto: Fice/wikicommons, gemeinfrei
Das gelbe X, Symbol des Widerstandes, ist im Wendland allgegenwärtig

Von 2000 bis 2010 galt für Gorleben ein Moratorium währenddessen eine politische Lösung für die Endlagerung von Atommüll in Deutschland gefunden werden sollte. Das Problem wurde von der rot-grünen und der schwarz-roten Regierung in der Folge nicht gelöst, das Moratorium wurde vom aktuellen Umweltminister Röttgen aufgehoben. Seitdem wird im Erkundungsbergwerk Gorleben weiter geforscht und womöglich, so der immer wieder erhobene Vorwurf, ohne gesetzliche Grundlage ein Endlager ausgebaut.



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Bildergalerie, 11.3.2012

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