Das um die Jahrhundertwende gebaute Salzbergwerk Asse wurde 1965 nach seiner Stilllegung zum weltweit ersten unterirdischen Lager für Atommüll umgebaut. In dem Forschungsbergwerk sollte erkundet werden, in welcher Form in Salzstein der hochgefährliche Müll eingelagert werden kann; die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen sollten später in Gorleben zur Anwendung kommen. Zwischen 1965 und 1978 wurden über 120.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiven Atommülls, aus Forschungsanlagen, aber auch aus Atomkraftwerken, eingelagert. Wurden die Fässer zu Beginn noch über- und nebeneinander aufgestellt, kippte man sie später einfach in die Einlagerungskammer. Dabei wurde leichtfertig in Kauf genommen, dass die Fässer beschädigt werden. Insgesamt liegen 25 Kilogramm Uran und 28 Kilogramm Plutonium im Bergwerk, wobei die Zahl wiederholt nach oben korrigiert werden musste. 2010 stellte sich bei einer Überprüfung des Inventars heraus, dass weitere knapp 15.000 undeklarierte Fässer eingelagert wurden.