Am Anfang hat man sich des Atommülls sehr einfach entledigt: Bis in die 1980er Jahre kippten ihn viele Länder einfach ins Meer. Diese Entsorgung hat sich allerdings schnell als zu gefährlich erwiesen, die Fässer korrodierten und entließen ihren giftigen Inhalt in die Biosphäre. Um das Problem zu lösen, wurde international vereinbart, Atommüll an Land, im besten Falle unter der Erde, einzulagen. Seitdem wird nach Endlagern für hochradioaktive Abfälle gesucht, bis heute ist kein einziges in Betrieb. Fraglich ist zudem, ob ein Endlager eine sinnvolle Antwort auf das Müllproblem ist: Ein "sicheres" Endlager für Strahlenmüll mit Halbwertszeiten von mehreren zehntausend Jahren kann es niemals geben. Kein Mensch kann heute sagen, wie die politischen und geologischen Verhältnisse auf der Welt in 500, geschweige denn in Tausenden von Jahren aussehen. Atommüll bleibt eine tickende Zeitbombe für alle nachfolgenden Generationen.
In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Orten, an denen Atommüll gelagert wird und gelagert werden soll: In Morsleben hat die DDR ihren Atommüll eingelagert, in der niedersächsischen Asse liegen über 120.000 Fässer – und müssen nun wieder herausgeholt werden. Der Schacht Konrad bei Braunschweig soll zum Endlager für niedrig- und mittelradioaktiven Müll ausgebaut werden, berühmtestes Beispiel ist der Salzstock bei Gorleben: Seit 1979 wurden mehr als 1,5 Milliarden Euro für die Erkundung einer unterirdischen Lagerstätte ausgegeben, an einem Ort, der nach politischem Gutdünken statt nach geologischen und technischen Kriterien ausgewählt wurde.