Mit dem 2002 beschlossenen Atomkonsens der rot-grünen Regierung konnte der gesellschaftliche Konflikt um die Kernenergie besänftigt werden. Viele Menschen vertrauten der Vereinbarung und zogen sich aus dem Protest zurück.
Kurz vor der Bundestagwahl 2009 begann – gemeinsam vom BUND und zahlreichen anderen Gruppen organisiert – eine Welle von Großdemonstrationen, die die Republik so noch nicht erlebt hat: Immer wieder demonstrierten Zig- und Hundertausende bei Menschenketten, Großdemonstrationen und Blockaden im gesamten Bundesgebiet.
Am 12. März 2011 bildeten 60.000 eine Menschenkette vom AKW Neckarwestheim nach Stuttgart. Am selben Tag wurde Japan Opfer einer verheerenden Naturkatastrophe, eine der tragischen Folgen: eine mehrfache Kernschmelzen im AKW Fukushima.
Als Reaktion auf Ereignisse in Japan gingen am 26. März 2011 in vier Städten mehr als eine Viertelmillion Menschen unter dem Titel "Fukushima mahnt - alle AKWs abschalten" auf die Straße. In mehr als 600 Städten fanden montägliche Mahnwachen statt. Zu Demonstrationenen am 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sowie zum Ende des "Atommoratoriums" kamen erneut mehrere hunderttausend TeilnehmerInnen.