Die damalige Bundesrepublik legte in den 1950er Jahren ein Atomprogramm auf – durchaus misstrauisch von Staaten wie Frankreich beobachtet, nachdem die Nationalsozialisten bis zum Ende des zweiten Weltkriegs fieberhaft an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet hatten. War die deutsche Energiepolitik zunächst vom Glauben an paradiesische Zustände durch Atomkraft geprägt, fand ab den 1970er Jahren unter dem Einfluss der Großdemonstrationen und verstärkt seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 teilweise ein Umdenken statt.
Im Jahr 2002 vereinbarten die rot-grüne Bundesregierung und die Energiekonzerne den Ausstieg aus der Atomkraft. Dieser "Atomkonsens" wurde im September 2010 von der schwarz-gelben Regierung unter Kanzlerin Merkel aufgelöst: Die Laufzeiten der einzelnen AKW wurden um acht beziehungsweise 14 Jahre (je nach Alter) verlängert. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat dieselbe Bundesregierung im März 2011 ein dreimonatiges Moratorium ausgerufen, in dessen Rahmen die sieben ältesten AKW und Krümmel erst vorläufig, im Anschluss endgültig stillgelegt wurden.
Die möglichen Endlagerstandorte Schacht Konrad und Gorleben sind nach wie vor nicht vom Tisch. Auch in Deutschland gibt es keine Lösung des Atommüllproblems. Bis Ende 2011 will die Bundesregierung ein Atomlagersuchgesetz vorlegen, auf dessen Basis neue Standorte für Atommüll untersucht werden sollen.
Aktuell: Einschätzung des BUND zur schwarz-gelben Energiewende