Schutz für den Schwarzstorch

Schwarzstorch, Foto: gabisch/www.pixelio.de

Trotz seiner nahen Verwandtschaft zum Weißstorch ist der etwas kleinere Schwarzstorch, nicht zuletzt aufgrund seiner Seltenheit, vielen Menschen unbekannt. Schwarzstörche stellen wesentlich höhere Ansprüche an ihren Lebensraum und meiden die Nähe menschlicher Siedlungen. Potentielle Lebensräume dieser Vögel sind stark begrenzt, denn als Brutrevier benötigen sie naturnahe und strukturreiche Laubmischwälder. Die Reviere der Schwarzstörche können eine Fläche von bis zu 250 Quadratkilometer umfassen. Ihre Nahrung, vorwiegend Fische, Amphibien und Wasserinsekten, jagen sie in Bächen, flachen Gewässern, Sümpfen und Waldteichen. Dabei sind sie stärker als die Weißstörche an Gewässer gebunden.

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzstorches ist sehr groß und erstreckt sich über die mittleren Breitengrade ganz Eurasiens. Innerhalb dieses Verbreitungsgebietes ist er jedoch oft nur sehr lückenhaft und selten zu finden. Durch großräumige Lebensraumzerstörung und direkte Verfolgung durch den Menschen war der Bestand der Schwarzstörche in Mitteleuropa bis Mitte des 20. Jahrhunderts sehr stark zurückgegangen. So gab es in den 60er Jahren in Deutschland nur noch höchstens 50 Brutpaare. Seitdem wachsen die Bestände – auch dank intensiver Schutzmaßnahmen – wieder an. Heute brüten hierzulande wieder ca. 380 Schwarzstorch-Paare.

Schwarzstorchhorst in einer alten Eiche, Foto: S. Mösch/BUND
Schwarzstorchhorst in einer alten Eiche

Das namensgebende Federkleid ist oberseitig, samt Kopf und Hals, metallisch glänzend schwarz. Der Rest des Gefieders ist weiß, Schnabel und Beine sind rot gefärbt. Da die Zugvögel im Frühjahr aus den afrikanischen Winterquartieren stets in ihre vorjährigen Brut-Reviere zurückkehren, finden sich oft die gleichen Partner zusammen. Zwischen April und Mai beginnt die Brutzeit. Die Schwarzstörche wechseln sich bei Brut und Jungenaufzucht ab. Drei bis fünf Jungtiere ziehen sie dabei in der Regel auf.

Auf Störungseinflüsse durch den Menschen reagieren Schwarzstörche sehr empfindlich. Die intensive Forst- und Landwirtschaft, Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und zunehmende Flächenversiegelung machen auch den Schwarzstörchen sehr zu schaffen. In Deutschland gelten die Schwarzstörche als gefährdete Art.

Vom BUND gestützte Projekte wie das Grüne Band Deutschland und die Flusslandschaft Geeste fördern unter anderem wertvolle Lebensräume gefährdeter Arten. Wichtiger Bestandteil des Schwarzstorchschutzes ist die Schaffung geeigneter Nahrungs- und Brutgebiete, indem z. B. Bäche renaturiert und potentielle Altbäume in strukturreichen Mischwäldern erhalten werden. Diese sollten vorzugsweise in der Nähe von geeigneten Nahrungsgründen, sauberen Bächen und Gewässern liegen.

Mehr Informationen



Jetzt online BUND-Mitglied werden!, © www.photocase.com / mr nico
Jetzt online spenden, © istock.com/johnnorth

Jetzt Fan werden auf www.facebook.com/bund.bundesverband   Folgen Sie uns auch auf www.youtube.com/bundgermany   Folgen Sie uns auch auf www.twitter.com/BUND_net   Abonnieren Sie unseren RSS-Feed

Ihre Spende hilft.

Newsletter "Biodiversität"

Suche