Trotz seiner nahen Verwandtschaft zum Weißstorch ist der etwas kleinere Schwarzstorch, nicht zuletzt aufgrund seiner Seltenheit, vielen Menschen unbekannt. Schwarzstörche stellen wesentlich höhere Ansprüche an ihren Lebensraum und meiden die Nähe menschlicher Siedlungen. Potentielle Lebensräume dieser Vögel sind stark begrenzt, denn als Brutrevier benötigen sie naturnahe und strukturreiche Laubmischwälder. Die Reviere der Schwarzstörche können eine Fläche von bis zu 250 Quadratkilometer umfassen. Ihre Nahrung, vorwiegend Fische, Amphibien und Wasserinsekten, jagen sie in Bächen, flachen Gewässern, Sümpfen und Waldteichen. Dabei sind sie stärker als die Weißstörche an Gewässer gebunden.
Das Verbreitungsgebiet des Schwarzstorches ist sehr groß und erstreckt sich über die mittleren Breitengrade ganz Eurasiens. Innerhalb dieses Verbreitungsgebietes ist er jedoch oft nur sehr lückenhaft und selten zu finden. Durch großräumige Lebensraumzerstörung und direkte Verfolgung durch den Menschen war der Bestand der Schwarzstörche in Mitteleuropa bis Mitte des 20. Jahrhunderts sehr stark zurückgegangen. So gab es in den 60er Jahren in Deutschland nur noch höchstens 50 Brutpaare. Seitdem wachsen die Bestände – auch dank intensiver Schutzmaßnahmen – wieder an. Heute brüten hierzulande wieder ca. 380 Schwarzstorch-Paare.