Der Luchs mit seinen charakteristischen Pinselohren lässt sich in freier Wildbahn vom Menschen nur schwer beobachten. Wie das Sprichwort "Ohren wie ein Luchs" schon sagt, ist das Tier äußerst hellhörig und vorsichtig. Dazu kommt, dass der Luchs vor allem in der Dämmerung und nachts auf Pirsch geht. Dabei hat er es in erster Linie auf mittelgroße Säuger abgesehen.
Er ist die größte Wildkatze Europas, sein Pfotenabdruck dreimal so groß wie der einer Hauskatze. Wie auch der Bär oder der Wolf wurde der Luchs in der Vergangenheit von den Menschen intensiv gejagt. Dies führte dazu, dass er vor ca. 100 Jahren in Deutschland ausgerottet wurde. Heute sind in Ostbayern etwa 30 Tiere heimisch und auch im Harz konnten Luchse erfolgreich wiederangesiedelt werden. Hinweise auf Einzeltiere gibt es im Schwarzwald und auch im Pfälzerwald.
Luchse sind nicht sehr gesellig, sie leben als Einzelgänger bevorzugt in weitläufigen, naturnahen Waldarealen. Die Katzen bringen pro Jahr zwei bis fünf Junge auf die Welt.
Um dem Luchs die Möglichkeit zu geben, alle für ihn in Frage kommenden Lebensräume zu erreichen, ist es notwenig, diese miteinander zu vernetzen. Die Schaffung von Wanderkorridoren ist ein wichtiger Schritt in Richtung Biotopverbund und hilft nicht nur dem Luchs, sondern auch vielen anderen Arten, neue Lebensräume zu erreichen.
Vor allem der BUND-Landesverband Hessen setzt sich im Arbeitskreis Hessenluchs intensiv mit dem Thema Luchs und dessen Förderung auseinander. Außerdem knüpft der BUND bereits seit 2004 an einem bundesweiten Korridornetz, das die Wälder Deutschlands wiedervernetzen soll.