Kleine Stacheltiere: Igel füttern, Igeln helfen

Igel im Garten, Foto: Zsozsi / istockphoto.com

Begegnen Sie in Ihrem Garten einem Igel, ist es ein Europäischer bzw. Braunbrustigel. Sein dunkelbraunes Stachelkleid ist unverwechselbar. Die nachtaktiven Tiere verstecken sich tagsüber unter Sträuchern oder in Laubhaufen. In der Dämmerung verlassen sie ihre Nester und machen sich auf die Suche nach Insekten, Asseln, Würmern und Schnecken. Auch Eier und kleine Wirbeltiere – wie beispielsweise junge Mäuse – zählen zu ihrer Nahrung.

Jetzt im Herbst sind die Igel aber auch tagsüber unterwegs, um sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Der Herbst ist Igelzeit! Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie den Igeln jetzt helfen können:

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So helfen Sie dem Igel beim Winterschlaf

Bis weit in den Herbst hinein begegnen uns in Gärten und Parks die stachligen Gesellen mit den lustigen Knopfaugen. Denn bevor es zu kalt wird und die Temperaturen tagsüber dauerhaft unter fünf Grad fallen, müssen sich Igel die nötigen Fettreserven als Kälteschutz und Nahrungsvorrat für den Winterschlaf anfressen. Außerdem suchen sie nach einem geeigneten, trockenen und frostsicheren Winterschlafquartier.

Sie können Igel beim Winterschlaf unterstützen, indem Sie Unterschlupfmöglichkeiten wie dichtes Gebüsch, Reisig- und Komposthaufen, trockene Hohlräume unter Holzstapeln, Steinhaufen, Baumwurzeln, Gartenhäuschen oder Treppen schaffen. Lassen Sie auch Blätter, Gestrüpp, abgetrennte Äste und Zweige in einer Gartenecke liegen. Diese Materialien nutzen Igel, um ihre Nester zu isolieren und sich während des Winterschlafs darin einzuwickeln. Kompost- und Reisighaufen sollten deshalb nicht im Herbst und Winter umgesetzt werden. 

Igel füttern: Wenn, dann richtig!

Igel sucht nach Nahrung, Foto: kwasny221 / fotolia.com

Wenn im Herbst das Nahrungsangebot für Igel knapper wird, können Sie ihnen jeden Abend eine Futterstelle einrichten. Als Futter eignet sich Katzen- oder Hundedosenfutter, ungewürztes Rührei, gekochtes Geflügelfleisch oder
durchgegartes Hackfleisch.

Als Ballaststoffe können Sie einen Esslöffel Weizenkleie bzw. zwei Esslöffel Haferflocken oder Igeltrockenfutter darunter mischen. Da Igel zu Zahnstein neigen, kann man zusätzlich einmal wöchentlich gekochtes Hühnerklein mit Knochen zum "Zähneputzen" geben.

Auf den Speiseplan der Stacheltiere gehören auf keinen Fall Speisereste, Süßes und Gewürztes. Auch Obst, Gemüse, Milchprodukte, Nüsse, Rosinen und Babybreis sind nicht geeignet. Igeltrockenfutter darf nur in geringen Mengen unter das weitere Futter gemischt und nicht als Alleinfutter gegeben werden.

Zu Trinken bekommen Igel frisches Wasser. Sie mögen zwar auch Milch. Der darin enthaltene Milchzucker ist für Igel aber unverdaulich und sie bekommen Durchfall. Schlimmstenfalls verlieren Igel dadurch so viel Flüssigkeit, dass sie austrocknen und so geschwächt werden, dass sie sterben. Beenden Sie die Zufütterung, sobald es friert und schneit. Auch Nahrungsmangel ist ein wichtiger Auslöser für den Winterschlaf, und Zufütterung hält die Igel weiterhin künstlich wach.

Igel im Haus überwintern lassen?

Nur in Ausnahmefällen sollten Sie Igel zum Überwintern in Ihr Haus aufnehmen. Nur Igel, die weit nach Wintereinbruch bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee tagsüber unterwegs sind und Anzeichen von Unterernährung aufweisen, krank oder verletzt sind sowie kleine Igel, die das Winterschlafgewicht von 400 bis 500 Gramm nicht erreicht haben, bedürfen unserer Hilfe. Untergewichtige Tiere erkennt man an einer Einbuchtung hinter dem Kopf, der sogenannten "Hungerlinie". Kranke Igel sind apathisch und rollen sich bei Berührung nicht zusammen, ihre Augen sind eingefallen und schlitzförmig. Während untergewichtigen Igeln mit Unterkunft, Nahrung und Winterschlaf in menschlicher Obhut nach dem Aufpäppeln geholfen werden kann, benötigen kranke und verletzte Igel dringend fachmännische Hilfe. Setzen Sie sich mit dem Tierarzt, Tierheim oder einer Igelstation in Verbindung!

Igel und Igelschnecke: Robert Eastman/shutterstock.de

Eine Schnecke für den Igel?

Igel brauchen Laub, um sich daraus Bettdecken zu machen. Und wenn Ihre Hecken und Büsche bis in Frühling einfach wild wuchern dürfen, finden die kleinen stacheligen Wesen darunter ein kuscheliges Örtchen. Wenn Sie wollen, können Sie natürlich mehr für Igel tun und Ihnen ein Haus kaufen – diesen ausgefallenen Schneckenbau vielleicht?



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