Bedrohung & Schutz

Ein Kammmolch, Foto: Thomas Stephan

Das Schweigen der Frösche

Amphibien bewohnen Biotopkomplexe: Neben aquatischen Lebensräumen benötigen sie auch Landlebensräume. Aus diesem Grund sind sie wesentlich anfälliger als andere Tiergruppen gegenüber schädigenden Umwelteinflüssen.

Weltweit wird den Lurchen das Überleben immer schwerer gemacht. Nach Aussage der Zoologischen Gesellschaft in London könnte bis Mitte dieses Jahrhunderts die Hälfte der europäischen Frosch-, Kröten- und Molcharten ausgerottet sein.

Deutschland stellt dabei keine Ausnahme dar: 21 der weltweit existierenden 6.000 Amphibienarten leben bei uns. Ca. 50 Prozent davon stehen aktuell auf der "Roten Liste der gefährdeten Arten" (inklusive Vorwarnliste).

Kein Platz für Kröten

Hauptsächlich leiden die Amphibien unter dem Verlust von Lebensräumen. Der fortschreitende Flächenverbrauch durch Industrie und Landwirtschaft, die Zerschneidung der Landschaft durch Siedlungen und Straßen erschweren ihnen das Überleben. Viele Hektar wertvoller Auenflächen als besondere Refugien werden jedes Jahr durch Hochwasserdämme und Uferverbauung trockengelegt. Laichgewässer werden vernichtet oder verschmutzt. Tausende Frösche und Kröten sterben jedes Frühjahr auf Straßen bei ihren Wanderungen zu den Laichgewässern.

Zwei Grasfrösche bei der Paarung, Foto: Thomas Stephan
Grasfrösche bei der Paarung

Ein bisher vielfach unterschätztes Problem kann direkt vor der eigenen Haustür lauern. In Dörfern und an Stadträndern geraten die Lurche in Kellerfenster, Lichtschächte, Außenkellertreppen, ungesicherte Brunnenschächte oder in Straßengullys. Hier verhungern oder vertrocknen sie, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt werden.

Schwieriges Wetter für Molche

Amphibien sind zumeist nicht so mobil wie andere Tiergruppen. Aus diesem Grund sind sie den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark ausgesetzt. Durch die globale Klimaerwärmung und den damit verbundenen selteneren Niederschlägen gehen immer mehr Feuchtlebensräume für sie verloren. Fällt im Winter weniger Regen, kann es passieren, dass kleine Gewässer bis auf den Grund zufrieren und so dort überwinternde Lurche nicht überleben können. Kein leichtes Leben als Lurch.



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