Lurche: ein Leben zu Wasser und zu Lande

Die ersten Vorfahren der Lurche oder auch Amphibien (aus dem Altgriechischen) besiedelten bereits vor über 300 Millionen Jahren unsere Erde. Das Leben der Lurche spielt sich im Wasser, aber auch an Land ab. Weltweit gibt es etwa 6.000 verschiedene Arten. In Deutschland sind 21 Arten zu Hause.

Teichfrosch, Foto: Klaus Jacob, www.pixelio.de; Moorfrosch, Foto: Thomas Stephan; Feuersalamander, Foto: Thomas Stephan
Die Welt der Lurche ist bunt und vielfältig. Fotos: Thomas Stephan & Klaus Jacob

Sagenhafte Wesen

Amphibien haben in unserem Kulturkreis oft einen schwierigen Stand: So ist es nicht schön, einen "Frosch im Hals" zu haben oder den Spruch "Sei kein Frosch" zu hören. In Märchen und Geschichten gilt die Verwandlung eines Menschen in einen Frosch oder eine Kröte als Bestrafung.

Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille: In einigen Märchen besitzen die Tiere magische Kräfte. Das Märchen vom Froschkönig z.B. ist eine Allegorie der Beziehung des Menschen zur Natur. Die Prinzessin verspricht dem Frosch, ihn als Freund und Spielgefährte zu akzeptieren, wenn er ihr die in den Brunnen gefallene Kugel wiederbringt. Der Frosch verkörpert die freundliche, hilfsbereite Natur, die dem Menschen immer wieder zu Gutem verhilft und ihm wiedergibt, was er "verspielt" hat.

Als Wetterpropheten waren Amphibien bereits in der Antike bekannt. In der Traumdeutung stehen sie für Fruchtbarkeit und Erotik. Als Glücksbringer verheißen sie Anerkennung, Gewinn und Liebe. Einige Urvölker betrachten die Tiere als Regenbringer. In der Werbung symbolisieren sie Reinheit und Sauberkeit.

Traurige Realität

Feuersalamander, Foto: Jan Wattjes, www.pixelio.de
Der Feuersalamander fühlt sich bei uns kaum mehr zu Haus.

Kein Märchen ist allerdings die Tatsache, dass viele unserer Amphibienarten in ihrer Existenz bedroht sind. Ihre Laichgewässer werden vergiftet, verschmutzt oder einfach trockengelegt. Wälder, Wiesen, Auen und Moore fallen der Landwirtschaft, der Industrie oder dem Siedlungsbau zum Opfer. Straßen zerschneiden zunehmend den Lebensraum von Kröte, Frosch und Co. und bilden durch das hohe Verkehrsaufkommen oft unüberwindbare Hindernisse. Zunehmend bereiten auch der Klimawandel und diverse Krankheiten den Amphibien Schwierigkeiten.

Kleine Maßnahmen – große Wirkung

Weit über 300 BUND-Gruppen sind in ganz Deutschland im Amphibienschutz tätig. Sie sind vor Ort, wo die Tiere unsere Hilfe brauchen. Allein in Bayern retten aktive Helfer 500.000 Amphibien pro Wandersaison. Auch Sie können helfen! Wir haben Tipps zusammengestellt, wie Sie aktiv werden können.

Amphibienseminar "Mit Kopf, Herz und Gummistiefel"

Anfang 2010 führte der Bund Naturschutz (BN)  gemeinsam mit dem BUND-Bundesverband unter dem Motto "Mit Kopf, Herz und Gummistiefel" ein bundesweites  Amphibienseminar durch. Einen ausführlichen Bericht über die Tagung und alle Beiträge zum Download finden Sie auf den Seiten des BN.