Wandelbare Schmetterlinge

Schmetterlinge gehören zu den Insekten, der weltweit artenreichsten Tiergruppe. Statt eines Skeletts sind sie von einer festen Hülle aus Chitin umgeben. Da dieses "Außenskelett" nicht mit dem Körper mitwächst, müssen Insekten während ihrer Entwicklung mehrmals aus ihrem zu eng gewordenen Panzer schlüpfen. Die Schmetterlingsraupen häuten sich deshalb mehrfach, bevor sie sich verpuppen. Aus einer Puppe schlüpft schließlich der Falter, der nun nicht mehr wachsen kann. Diese Verwandlung nennt man in der Biologie Metamorphose.

Die Verwandlung der Schmetterlinge,

Vom Ei zur Raupe zur Puppe zum Schmetterling

Die Falterweibchen legen ihre Eier normalerweise auf die Pflanzen, an denen später die Raupen fressen. Einige Arten lassen die Eier ins Gras fallen oder heften sie in der Nähe der Raupenpflanzen an. Auf dem Bild ist ein frisch gelegtes Ei des Schwalbenschwanzes zu sehen. Anfangs ist das Ei noch gelb. Nach etwa zwei Tagen verfärbt es sich dunkelblau. Abgelegt werden die Eier zum Beispiel an wilder Möhre oder Fenchel.

Bei den meisten Arten schlüpfen die Raupen nach etwa acht Tagen aus den Eiern. Wenn ihre Haut zu eng wird, häutet sich die Raupe. Nach vier Häutungen ist in der Regel das letzte Raupenstadium erreicht. Diese Entwicklung dauert etwa vier Wochen – bei Arten, die in einem Raupenstadium überwintern, entsprechend länger.

Danach wandelt sich die Raupe zur Puppe. Solange die Puppenhaut noch weich ist, sind die Tiere sehr empfindlich. Die Puppen von Weißlingen und Ritterfaltern befestigen sich in aufrechter Position an Pflanzenstängeln oder Ähnlichem und spinnen zusätzlich einen Haltefaden um ihre Körpermitte – daher der Name Gürtelpuppe.

Die Puppen der Edelfalter sind Stürzpuppen, die sich kopfunter hängend befestigen. Bei Augenfaltern und Bläulingen liegen die Puppen mehr oder weniger gut verborgen am Boden. Auf dem Bild (links) ist die Gürtelpuppe eines Schwalbenschwanzes zu sehen, gut zu erkennen u. a. am Haltefaden.

Nach etwa vierzehn Tagen schlüpft der Falter. Es dauert noch einige Zeit, bis die Flügel ausgehärtet sind und er davonfliegen kann. Die Lebensspanne der Falter beträgt in der Regel einige Tage bis wenige Monate. Manche Arten fliegen nur vierzehn Tage lang, während Zitronenfalter zehn bis elf Monate alt werden können. So schlüpfen fortwährend neue Falter, bei einigen Arten sogar mehrere Generationen pro Sommer.

Im Winter ruht das Schmetterlingsleben. Auf Pflanzen, in Fels- und Rindenspalten, Baumhöhlen, Mauerfugen, hinter Bretterwänden oder auf Dachböden überdauern Eier, Raupen, Puppen und Falter den Winter. Als erste Frühlingsboten erscheinen im Februar Schneespanner, Zitronenfalter und Kleiner Fuchs. Ab September nimmt die Artenzahl wieder ab. Der Frostspanner fliegt noch an kalten Abenden im November und Dezember.



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