Der Zitronenfalter zählt zu den langlebigsten Schmetterlingen in Mitteleuropa: Beinahe zehn Monate dauert sein Leben als Falter (Imago). Der Zitronenfalter bewohnt vor allem Waldränder bzw. lichte Wälder und ist fast in ganz Europa verbreitet. Eine ähnliche Art in Südeuropa unterscheidet sich durch einen orangefarbenen Fleck auf den Vorderflügeln.
Der Lebenszyklus des Zitronenfalters ist vergleichsweise komplex. Der wichtigste Aspekt ist seine ungewöhnlich lange Lebensdauer. Um derart lange zu überleben, verfällt der Schmetterling zweimal in seinem Leben in einen Zustand der Starre: die Sommerstarre und die Winterstarre. Bereits im zeitigen Frühjahr können wir ihn als Vorboten des Frühlings an Waldrändern fliegen sehen. Im April und Mai werden die weißlichen, kegelförmigen Eier einzeln an die jungen Triebe der Futterpflanzen (Faulbaum und Gewöhnlicher Kreuzdorn) abgelegt.
Einen Monat lang entwickeln sich die grünen Raupen und verpuppen sich schließlich im Juli. Nach etwa zwei Wochen schlüpft der Falter, der aber schon nach etwa zehn Tagen wieder in einen etwa zweimonatigen Sommerschlaf verfällt. Im Herbst können wir ihn dann wieder fliegen sehen – so lange, bis er im Spätherbst in seine Winterstarre verfällt und bis zum nächsten Frühjahr schlummert.