Schmetterling des Jahres 2009: Tagpfauenauge - Nymphalis io (L.)

Was früher nur in den wärmsten Regionen Deutschlands oder in sehr langen Sommern vorkam, ist inzwischen zur Regel geworden: Das Tagpfauenauge bildet wegen der wärmeren Tem­peraturen zusätzlich eine zweite Generation im Herbst aus. Hier wirkt sich bereits der Klimawandel aus – was den BUND veranlasste, gemeinsam mit der Na­tur­schutzstiftung seines Landesverbandes in NRW das bislang noch sehr verbreitete Tagpfauenauge zum Schmetterling des Jahres auszurufen.

Eine besondere Gefahr droht dem Tagpfauenauge durch Bt-Mais, die einzige gentechnisch veränderte Pflanze, die zurzeit in Deutschland kommerziell angebaut wird. Einer Studie zufolge starben etwa 20 Prozent der Schmetterlingsraupen, nachdem sie Brennnesselblätter mit Maispollen gefressen hatten.

Tagpfauenaugen überwintern als ausgewachsene Schmetterlinge und sind daher auch im Winter auf Dachböden oder in Kellern zu finden. Schon ab März stärken sie sich an warmen Tagen mit dem Nektar von Weidenkätzchen, Seidelbast oder Huflattich.

Raupe des Tagpfauenauges, Foto: www.pixelio.de/lachsy
Schwarze, mit Dornen bewehrte Raupen des Tagpfauenauges.
Tagpfauenauge, Foto: www.pixelio.de/Dieter Haugk
Tagpfauenaugen fliegen bis in den Spätherbst.
Tagpfauenauge zusammengeklappt, Foto: www.pixelio.de/Kurt F. Dominik
Wie ein trockenes Blatt: Tagpfauenauge im Ruhezustand.


Die großen Augenflecken, die dem Pfauenauge seinen Namen geben, nutzt der Schmetterling als Schutz gegen Fressfeinde. Bei Gefahr klappt er die Flügel ruckartig auseinander und zeigt seine Flügeloberseiten. Dem Fressfeind wird so vorgegaukelt, ein großes Tier blicke ihn an. Im Ruhezustand klappt der Schmetterling seine Flügel zusammen und sieht dann aus wie ein trockenes Blatt.

Ein Grund für die weite Verbreitung des Tagpfauenauges ist seine Futterpflanze, die ebenfalls weit verbreitete Brennessel. Die ersten Tagpfauenaugen fliegen von April bis Mai aus. Die Weibchen heften dann Gelege von 50 bis 100 Eiern an die Blattunterseite der neuen Triebe von Brennnesseln. Haben die Raupen eine Brennnessel kahlgefressen, wandern sie weiter und verteilen sich so nach nach auf das ganze Brennnesselfeld. Droht ihnen Gefahr, rollen sie sich zusammen und lassen sich auf den Boden fallen.

Nach einem etwa vierwöchigen Raupenstadium verwandeln sie sich in eine grünliche oder bräunliche Stürzpuppe. Ab Juli schlüpft die erste Generation und saugt meist den Nektar violett blühender Pflanzen, vor allem Disteln. In Hausgärten findet man sie zusammen mit anderen Faltern oft am Sommerflieder Buddleja, der deshalb auch Schmetterlingsstrauch genannt wird.



Newsletter "Biodiversität"

Broschüre "Schmetterlinge schützen"

Suche