Obwohl die Zählungen 2008 sogar schon einen Monat früher als 2007 starteten, wurden über 60 Prozent weniger Schmetterlinge beobachtet. Die Gesamtteilnehmerzahl bietet keine Erklärung, denn 2006 zählten in etwa genauso viele Menschen beim Abenteuer Faltertage mit – es gab aber ungefähr doppelt so viele Schmetterlingsmeldungen.
Ein entscheidender Grund ist sicher der warme Frühling und der kühle Sommer 2007. Ein warmer Jahresbeginn 2007 brachte ideale Bedingungen für die Entwicklung der Schmetterlinge und somit hohe Schmetterlingszahlen. Doch viele Falterarten legen ihre Eier erst im Sommer und Herbst ab. Dabei sind sie allerdings auf relativ kontinuierliche milde Temperaturen angewiesen – eine Seltenheit im Sommer 2007. Über das magere Zählergebnis sprachen wir mit Dr. Josef Settele, Schmetterlingsexperte am Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Er betreut seit 2005 mit seinen Kollegen das vom BUND unterstützte Tagfaltermonitoring.
Darüber hinaus gibt es natürlich allgemeinere Ursachen: der stetig voranschreitende Klimawandel, gentechnisch veränderte Futterpflanzen, der zunehmende Mangel an geeignetem Lebensraum. Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik "Gefährdete Falter".
Medienecho
Auch 2008 berichteten wieder zahlreiche Printmedien, aber auch Fernsehsender über das BUND-Projekt und wiesen somit auf die Bedrohung unserer einheimischen Schmetterlingsarten hin. Das rege Interesse der Medien am Thema verdanken wir nicht zuletzt den vielen BUND-Aktiven die, wie schon in den Vorjahren, zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen rund um die "Gaukler der Lüfte" organisierten. So z.B. die BUND-Ortsgruppe Bingen, die auf der Landesgartenschau Rheinland-Pfalz einen Schmetterlingsgarten für die Besucher angelegt hatte. Oder eine beispielhafte Kooperation des BUND Berlin, der zusammen mit dem Berliner Landesverband der Gartenfreunde e.V. dazu aufrief, Berlins Kleingärten insektenfreundlich zu gestalten und sich an der Falterzählung zu beteiligen.