Faltertage 2008 – niedrigste Schmetterlingszahlen seit Beginn der Zählaktion

Viele Naturfreunde sind auch in diesem Jahr mit Zählbogen und Stift hinausgegangen, um an der großen Volkszählung der Schmetterlinge teilzunehmen. Gezählt wurden wieder zehn Schmetterlingsarten.

Schmetterlingsbotschafter, Wolfgang Düring, betreute 2008 den Bingener Schmetterlinggarten. Foto: B. Winternheimer
Schmetterlingsbotschafter Wolfgang Düring betreute 2008 den Bingener Schmetterlingsgarten. Foto: B. Winternheimer

Einem Schmetterling zu begegnen, war 2008 nicht ganz leicht. Das bestätigten auch eine Vielzahl von Briefen und Hinweisen auf den Zählbögen von besorgten Zählerinnen und Zählern. Insgesamt wurden uns nur etwa 12.000 Faltersichtungen gemeldet.

Das Tagpfauenauge und der Zitronenfalter wurden 2008 am häufigsten beobachtet. Beide Arten machten jeweils ein Viertel der Gesamtbeobachtungen aus. Schon deutlich weniger häufig wurden der Aurorafalter (12%), der Schachbrettfalter (11%) und der Admiral (8%) gesichtet. Ausgesprochen selten zeigten sich Distelfalter (6%), Landkärtchen, Kleiner Fuchs (je 5%) oder gar der Schwalbenschwanz (2%). Mit einem Anteil von unter einem Prozent bildete der Trauermantel wie schon in den letzten Jahren das Schlusslicht der Zählungen.

Übersicht: gezählte Schmetterlinge 2008

Tagpfauenauge, Foto: © C. Hautumm / PIXELIO
Das Tagpfauenauge ist nicht nur © C. Hautumm / PIXELIOSchmetterling des Jahres 2009, es wurde beim Abenteuer Faltertage im Jahr 2008 auch am häufigsten gesichtet.

Schwalbenschwanz: 279
Aurorafalter: 1452
Trauermantel :76
Tagpfauenauge: 3131
Admiral: 937
Kleiner Fuchs: 656
Schachbrettfalter: 1402
Zitronenfalter: 3046
Landkärtchen: 574
Distelfalter: 689

gesamt: 12.242

Verbreitung der gezählten Schmetterlinge auf www.faltertage.org

 

Welche Gründe könnte es für die mageren Zählergebnisse geben?

Obwohl die Zählungen 2008 sogar schon einen Monat früher als 2007 starteten, wurden über 60 Prozent weniger Schmetterlinge beobachtet. Die Gesamtteilnehmerzahl bietet keine Erklärung, denn 2006 zählten in etwa genauso viele Menschen beim Abenteuer Faltertage mit – es gab aber ungefähr doppelt so viele Schmetterlingsmeldungen.

Ein entscheidender Grund ist sicher der warme Frühling und der kühle Sommer 2007. Ein warmer Jahresbeginn 2007 brachte ideale Bedingungen für die Entwicklung der Schmetterlinge und somit hohe Schmetterlingszahlen. Doch viele Falterarten legen ihre Eier erst im Sommer und Herbst ab. Dabei sind sie allerdings auf relativ kontinuierliche milde Temperaturen angewiesen – eine Seltenheit im Sommer 2007. Über das magere Zählergebnis sprachen wir mit Dr. Josef Settele, Schmetterlingsexperte am Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Er betreut seit 2005 mit seinen Kollegen das vom BUND unterstützte Tagfaltermonitoring.

Darüber hinaus gibt es natürlich allgemeinere Ursachen: der stetig voranschreitende Klimawandel, gentechnisch veränderte Futterpflanzen, der zunehmende Mangel an geeignetem Lebensraum. Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik "Gefährdete Falter".

Medienecho

Auch 2008 berichteten wieder zahlreiche Printmedien, aber auch Fernsehsender über das BUND-Projekt und wiesen somit auf die Bedrohung unserer einheimischen Schmetterlingsarten hin. Das rege Interesse der Medien am Thema verdanken wir nicht zuletzt den vielen BUND-Aktiven die, wie schon in den Vorjahren, zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen rund um die "Gaukler der Lüfte" organisierten. So z.B. die BUND-Ortsgruppe Bingen, die auf der Landesgartenschau Rheinland-Pfalz einen Schmetterlingsgarten für die Besucher angelegt hatte. Oder eine beispielhafte Kooperation des BUND Berlin, der zusammen mit dem Berliner Landesverband der Gartenfreunde e.V. dazu aufrief, Berlins Kleingärten insektenfreundlich zu gestalten und sich an der Falterzählung zu beteiligen.



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Broschüre "Schmetterlinge schützen"

Willi Wanstschrecke

Der BUND Bingen nahm die Landesgartenschau zum Anlass, auf den Verlust vieler Schmetterlingsarten aufmerksam zu machen und legte einen besonders schmetterlingsfreundlichen Mustergarten an.

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