Am 1. Juni, dem Internationalen Kindertag, demonstrierte der BUND vor dem Verbraucherschutzministerium für ein Verbot von gesundheitsschädlichen Chemikalien in Kindertagesstätten. Zusammen mit einer Gruppe von Kindern baute der Umweltverband direkt vor dem Gebäude des Ministeriums in der Berliner Wilhelmstraße eine Kita auf und stapelte belastete Weich-PVC-Produkte und Spielzeuge auf den Bürgersteig. Die Forderungen des BUND waren in großen bunten Lettern über der improvisierten Kita zu lesen: "Kitas giftfrei machen, Frau Aigner!"
Zugleich veröffentlichte der BUND Untersuchungsergebnisse von 160 Staubproben aus Kitas in ganz Deutschland. Die Laboranalysen zeigen, dass Kitas im Durchschnitt dreimal höher mit gesundheitsschädlichen Weichmachern belastet sind als normale Haushalte. "Kinder müssen besser vor gesundheitsgesundheitsschädlichen Chemikalien geschützt werden", sagte die BUNDChemieexpertin Sarah Häuser. "Kitas und Eltern brauchen endlich Gewissheit, dass sie mit harmlos aussehenden Hüpfbällen, PVC-Böden, Turnmatten oder Regenjacken die Gesundheit der Kinder nicht länger aufs Spiel setzen."
Im August hat der BUND auch die gesundheitsschädliche Chemikalie Bisphenol A in Kindertagesstätten nachgewiesen. Das hormonell wirksame, bisher nur in Babyflaschen verbotene Bisphenol A (BPA) fand sich in 92 der 107 vom BUND untersuchten Staubproben aus Kitas. Sarah Häuser: "Unsere Analysen zeigen, dass Kinder wahren Giftcocktails ausgesetzt sind. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Doch obwohl Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner schon mehrmals von uns auf diese Gefahren hingewiesen wurde, glänzt sie bisher durch Untätigkeit."