Genauer hinsehen: die BUND-Naturbeobachtungstipps

Eichhörnchen im Düsseldorfer Hofgarten, Foto: Ray eye / CC BY-SA 2.0 DE

Die Natur hält kleine und große Entdeckungen und Erlebnisse für uns bereit – wenn wir uns die Mühe machen, genauer hinzusehen. Die BUND-Tipps zur Naturbeobachtung lenken Ihren Blick auf Naturphänomene, die Sie tagtäglich, übrigens auch gut mit Kindern, in der eigenen Umwelt beobachten können.

Unser Tipp im Juni: Farntastisch

Kind fährt durch viele Farnpflanzen, Foto: Kriastian Niemi / CC BY-NC-ND 2.0 / flickr.com
Farn an einer alten Mauer, Foto: Denish C / CC BY-NC-ND 2.0 / flickr.com

Sie werden oft übersehen, die durchweg grünen Farne. Viel häufiger bleibt unser Blick an den auffälliger gefärbten Blütenpflanzen hängen. Dabei verdienen Farne durchaus unsere Aufmerksamkeit, es sind hochinteressante Pflanzen mit einer langen Geschichte.

Von den weltweit ungefähr 12.000 Arten sind nur etwa hundert bei uns heimisch. Farne sind Gefäßsporenpflanzen, eine Schwestergruppe der Samenpflanzen. Als höhere Pflanzen bestehen sie aus Wurzel, Sproß und Blatt. Ihre Blätter, aufgebaut aus Stiel und Spreite, werden auch als Wedel bezeichnet. Die Formen und Farben der Farnwedel sind erstaunlich vielfältig.

Sporenbehälter auf der Unterseite eines Farnwedels, Foto: honey-bee / CC BY 2.0 / flickr.com

Haben Sie schon einmal die Unterseite eines Farnwedels betrachtet? Dann haben sie sicherlich orange- bis dunkelbraune Punkte entdeckt. Es sind die Sporenbehälter – kleine kugelförmige Kapseln mit einer bogenartigen Leiste von Zellen, deren Außenwände nicht verdickt sind. Im Laufe der Sporenreifung verdunstet Wasser aus diesen Zellen, die Sporenkapsel reißt auf, stülpt sich um, füllt sich mit Luft und springt in ihre Ausgangslage zurück. Dabei werden die Sporen herausgeschleudert und vom Wind verbreitet. Aus den Sporen wächst ein kleiner Vorkeim, auf dem sich männliche und weibliche Geschlechtsorgane befinden. Hier findet eine geschlechtliche Befruchtung statt. Seit Urzeiten wechseln sich so ungeschlechtliche und geschlechtliche Vermehrung ab.

Baumfarn im Regenwald, Foto: Mathias Chabal / CC BY-NC 2.0 / flickr.com
Baumfarn mit stammförmigem Wuchs

Farne gab es schon vor 400 Millionen Jahren auf unserer Erde. Vor rund 360 Millionen Jahren bildeten sie zusammen mit Schachtelhalmen und Bärlappen riesige Wälder. Ihre heutigen Vertreter sind nur noch ein Überrest der einst erheblich artenreicheren Pflanzengruppe. Besonders verbreitet sind sie in den feuchten Tropen, dort finden sich auch die größten Exemplare, die Baumfarne. Als größte einheimische Art wird der Adlerfarn bis zu zwei Meter hoch.

Beobachtungstipp

Die Schatten liebenden Farne finden unter den vollständig belaubten Waldbäumen derzeit gute Bedingungen vor und entrollen ihre meist gefiederten Wedel. Bevorzugt wachsen sie an dunklen und feuchten Plätzen im Wald, in Mauerritzen oder entlang von Bächen und Flüssen.

Mehr Informationen

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin).



Suche