Genauer hinsehen: die BUND-Naturbeobachtungstipps

Eichhörnchen im Düsseldorfer Hofgarten, Foto: Ray eye / CC BY-SA 2.0 DE

Die Natur hält kleine und große Entdeckungen und Erlebnisse für uns bereit – wenn wir uns die Mühe machen, genauer hinzusehen. Die BUND-Tipps zur Naturbeobachtung lenken Ihren Blick auf Naturphänomene, die Sie tagtäglich, übrigens auch gut mit Kindern, in der eigenen Umwelt beobachten können.

Unser Tipp im Juli: Kein hässliches Entlein

Schwäne in einem Teich, Foto: André Karwath / CC BY-SA 2.5 / wikimedia commons

In unseren Breiten haben wir das Glück, den schӧnen Hӧckerschwan ganzjährig beobachten zu kӧnnen. Zu übersehen ist er kaum: Mit einer Spannweite von 2,4 Metern und bis zu 13 Kilogramm Gewicht zählt er zu den weltweit schwersten flugfähigen Vӧgeln. Sein schneeweiβes Gefieder besteht aus bis zu 30.000 Federn. Damit diese das Wasser abweisen, versieht der Schwan sie mit einem ӧlhaltigen Sekret aus seiner Bürzeldrüse. Namensgebend für die Art ist der schwarze Höcker am Ansatz des orange-roten Schnabels. Der Hӧckerschwan frisst hauptsächlich Wasserpflanzen, die er mit seinem langen Hals aus bis zu einem Meter Tiefe holt. Während der Mauser übrigens bis zu 4 Kilogramm am Tag.

Schwäne bei der Balz, Foto: mozzercork / CC BY 2.0 / wikimedia commons

Einander lebenslang treu

In der Balzzeit zeigen sich Schwäne von der zärtlichen Seite. Sie liebkosen sich, schlingen ihre Hälse umeinander, tauchen ihre Hälse ins Wasser und vollführen synchrone Figuren. Paare, die sich einmal gefunden haben, bleiben einander lebenslang treu. Das Weibchen legt fünf bis acht Eier in ein groβes Nest am Gewässerrand, das über Jahre genutzt wird, wenn es ungestӧrt bleibt. Die Küken sind Nestflüchter und kӧnnen sofort schwimmen, werden aber noch lange von den Eltern betreut. Junge Schwäne kann man gelegentlich auf dem Rücken ihrer Mutter erspähen. Sie sind graubraun und zeigen erst im zweiten Lebensjahr ein vollständig weiβes Gefieder. Wildlebende Hӧckerschwäne werden bis zu 20 Jahre alt.

Schwan mit Jungtier auf dem Rücken, Foto: Jenni Douglas / CC BY 2.0 / wikimedia commons

Ende des 19. Jahrhunderts war der Bestand durch Bejagung extrem zurückgegangen. Wiederholte Aussetzungen und ein besserer Schutz der Art änderten die Situation. So leben heute auf dem europäischen Festland ungefähr 250.000 Höckerschwäne.

Schwäne beschäftigen seit Langem die Phantasie der Menschen. Schon bei den Griechen wurden sie für ihre Schӧnheit verehrt und galten als heilig. In Hamburg sind sie das inoffizielle Wappentier mit eigenem Schwanenvater, welcher sich im Winter um die Alsterschwäne kümmert.

Schwäne auf einem Teich, Foto: James Marvin Phelps / CC BY-NC 2.0 / flickr.com

Beobachtungstipp

Zum Schutz ihres Nachwuchses können Schwäne durchaus aggressiv werden. Doch mit dem Ende der Brutzeit sind die Schwäne wieder friedlicher. Trotzdem sollten Sie Schwanenfamilien gegenüber Abstand halten und sich langsam bewegen. Wo man Schwäne finden kann? Seen, Parkteiche, Flüsse oder geschützte Buchten an der  Küstenlinie sind bevorzugte Aufenthaltsorte.

Sie kӧnnen keinen Schwan entdecken? Mitunter macht er auch akustisch auf sich aufmerksam. Im Flug erzeugen seine Flügel einen weithin hӧrbaren singenden Ton. Bei der Landung benötigt der Schwan übrigens ausreichend Platz: entweder für eine Runde Wasserski oder ein paar Meter Auslaufen an Land.

Mehr Informationen

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin).



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