Die Stadt Bitterfeld war einst von herrlichen Auenwäldern umgeben. Diese waren Erholungsgebiet der Bitterfelder, bis sich ab 1908 die Kohlebagger in die Landschaft fraßen. Die Kohlegruben veränderten das Gesicht der Landschaft gewaltig. Über 60 Quadratkilometer wurden umgepflügt und für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich.
Mit der Wiedervereinigung standen plötzlich alle Bagger still und übrig war eine Mondlandschaft. Damals entstand die Vision von der "Verwandlung der Bergbaufolgelandschaft zu neuer Natur und zum weltweitgrößten Landschaftskunstprojekt". Heute sind etwa ein Fünftel der neuen Landschaft im Eigentum der BUND-Stiftung. Andere Bereiche sind für die Erholung erschlossen – Ausflugsschiffe, Gaststätten, Boots- und Radverleih. Aber auch interessante Landschaftskunstobjekte gibt es genauso zu entdecken wie eine neue abwechslungsreiche Naturlandschaft.
Die BUND-Stiftung bietet geführte Radtouren an, auf denen Sie zuerst die neue Kulturlandschaft erleben können und dann eintauchen in die Goitzsche-Wildnis. Dort gibt es keinen Autoverkehr und keine Versorgung mehr, aber dafür Natur, soviel das Herz begehrt. Hier sind über 130 Brutvogelarten anzutreffen: verschiedenste Wasservögel, ein Seeadlerpaar, Eisvögel; aber auch Neuntöter und Wendehals. Viele Arten lassen sich bei den Zwischenstopps mit dem Fernglas gut beobachten. Aber auch eine vielfältige Pflanzenwelt, artenreiche Vorkommen von Amphibien sorgen für lautstarke Konzerte; Schmetterlinge und Libellen schweben über Trockenrasen und kleinen Seen. Sachkundigen FührerInnen zeigen Ihnen all diese Wunder der Natur, die in nur 20 Jahren die "Mondlandschaft" zurückerobert haben.