Landesverband Rheinland-Pfalz

22. August 2008

BUND rät zur Vorsicht gegenüber FUNK-DSL Werbern

Still und von großen Teilen der Bevölkerung kaum wahrgenommen erfolgt derzeit eine Aufrüstung mit einem völlig neuartigen Mobilfunksystem in den Dörfern und Städten des Landes. Hierauf wies der BUND Landesverband Rheinland-Pfalz jetzt aktuell warnend hin.

GSM und UMTS, kennen die meisten. WiMAX ist dagegen fast völlig unbekannt, so der BUND Landesverband Rheinland-Pfalz. Die Abkürzung WiMAX steht für „World Interoperability for Micorwave Access Standard“. WiMAX ist ein Mobilfunksystem, das mit einer ähnlichen Technik arbeitet wie UMTS, so der BUND weiter. Es wird von privaten Unternehmen angeboten, um kabellose DSL-Netze in den Orten zu errichten.

Die Strahlenabgabe eines einzelnen Senders an die Umgebung liegt in etwa in der Größenordnung wie bei einem GSM- oder UMTS-Sender. Leider müssen wir daher WiMAX mindestens genau so kritisch einschätzen wie z. B. UMTS, so der BUND zur Verdeutlichung. Die Sender werden fast immer mitten in der Wohnbebauung erreichtet von Schutzmaßnahmen für sensible Bereiche wie Schulen, Kindergärten und Wohnbereichen keine Spur.

Neben einer ständig strahlenden Basisstation, ähnlich wie bei UMTS, wird bei WiMAX zusätzlich auch an jedem Haus eine eigene Sende- und Empfangsantenne angebracht. Während der gesamten Zeit, die ein am Netwerk beteiligter Haushalt im Internet ist, gibt die Antenne am eigenen Haus Strahlung ab und empfängt Signale von der Hauptantenne im Ort.

Die Immissionsbelastung ist somit eine Doppelte: zum einen durch die Hauptantenne im Ort als Dauerstrahler und zum anderen durch die eigene Antenne am Haus selbst. Letztere bestrahlt nicht nur die Hausbewohner sondern auch die im Umfeld vorhandenen Nachbarhäuser betont der BUND ausdrücklich.

Die Höhe der Gesamtstrahlendosis hängt von der Anzahl der Netzteilnehmer im Umfeld des eigenen Hauses und deren Internetaktivitäten sowie der Lage des Gebäudes zum Hauptsender und zu den einzelnen Haussendern der Nachbarn ab. Eine unkalkulierbare Situation, die sich ständig verändern kann. Das macht es besonders kompliziert.

Eigentlich gibt es überhaupt keine Notwendigkeit für FUNK-DSL. Das Problem liegt bei der Telekom. Diese hat keinen verpflichtenden Versorgungsauftrag für DSL. Daher wird kabelgebundenes DSL nur dort angeboten, wo dies von den Kaufleuten und Controllern des Konzerns als gewinnbringend angesehen wird.

Hier rächt es sich nun, wenn der Staat Schlüsseltechnologien in die Hand von Privaten gewinnorientierten Firmen gibt, betont der BUND ausdrücklich. Dem BUND sei von Fällen berichtet worden, wonach das Unternehmen geplante Kabelprojekte zurückgestellt oder ganz aufgegeben habe, nachdem bekannt wurde, dass privaten Konkurrenten den Kundenmarkt schon teilweise beworben hatten und diese Kunden dann über das Kabel der Telekom hätten mitversorgt werden sollen. „Freie Marktwirtschaft“ auf dem Rücken der Kunden.

Positiv zu werten sei dagegen die jüngste Initiative der Bundestagsabgeordneten Julia Klöckner, die sich gegenüber der Telekom dafür einsetzt, so der BUND, dass in den Dörfern des Hunsrück Glasfaserkabel verlegt werde, um die Grundversorgung der Bevölkerung mit DSL zu sichern und zwar völlig ohne Strahlenbelastung durch Senderanlagen.

Leider hält auch hier die Telekom die Hand auf, wenn sie für sich keinen wirtschaftlichen Vorteil sieht und fordert von einzelnen Gemeinden den Abschluss so genannter Kooperationsverträge. Auf gut Deutsch: wer nicht zuzahlt bleibt außen vor. Ein solches Verhalten ist aus unserer Sicht zutiefst bedauernswert, unterstreicht der BUND ausdrücklich. Bleibt zu hoffen, dass die Politik noch regulierend eingreifen wird.

Wer in für die Telekom interessanten Regionen des Landes, lebt hat also Glück und kann auf Kabel-DSL hoffen, ebenso finanzstarke und zahlungswillige Gemeinden in nicht so lukrativer Lage. Für alle anderen wird es schwierig. Hier werden schnell die Werber der Funk-DSL Anbieter auftauchen, Hoffnung in „auswegloser“ Situation versprechen.

Der Preis, der hierfür zu zahlen ist, ist kein wirtschaftlicher, verdeutlicht der BUND. Hier wird mit einem völlig unkalkulierbaren Risiko für die eigene Familie, die Nachbarn, ja für die ganze Dorfgemeinschaft bezahlt. Haben wir aus über zehn Jahren Mobilfunkdebatte und tausenden von Bürgerinitiativen eigentlich nichts gelernt und verstanden? Wer Fragen zu Funk-DSL hat kann sich an den BUND Landesverband Rheinland Pfalz wenden. Experten des BUND stehen dort zur Verfügung um Fragen zu beantworten, Anregungen zu geben und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.
BUND Landesarbeitskreis Elektrosmog

Für Rückfragen:
Michael Ullrich, Tel 06131-62706-0


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