Landesverband Rheinland-Pfalz24. Juni 2008Gemeinsame Pressekonferenz von BUND Rheinland-Pfalz und Verbraucherzentrale Rheinland-PfalzDiskussion um hohe EnergiepreiseBUND und Verbraucherzentrale für Strom-Spartarif, Förderprogramme und EnergiesparberatungDie Diskussion um die steigenden Energiepreise führt dazu, dass immer mehr Verbraucher Schwierigkeiten haben, ihre Energiekosten auch bezahlen zu können. Die Anzahl der zwangsweisen Stromabschaltungen steigt in allen Bundesländern an. Betroffen sind nicht nur die Empfänger von Transferleistungen, sondern auch die Geringverdiener.„Zahlreiche Vorschläge aus der Politik, die in die Diskussion eingebracht werden, sind weder ökologisch noch sozial zukunftsweisend. Subventionierung der Strompreise, Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken oder Steuersenkungen helfen den Betroffenen nicht dauerhaft“, stellt Dr. Bernhard Braun, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fest. Der BUND wendet sich gegen kurzsichtige populistische Vorschläge. Vielmehr muss eine nachhaltige Hilfe zum Stromeinsparen angeboten werden. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz schlägt vor, dass Strom-Spartarife von den Energieversorgungsunternehmen (EVU) angeboten werden sollten. „Die Stromunternehmen sollten verpflichtet werden, einen Sparpreis im Angebot zu haben, der keinen Grundpreis enthält. So können Menschen, die wenig Strom verbrauchen, von dem Angebot profitieren. Sinnvoll ist auch die Bereitstellung einer bestimmten Anzahl von Frei-Kilowattstunden pro Person“, schlägt Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale vor. Zu einem solchen Strom-Spartarif muss auch eine Stromeinsparberatung angeboten werden fordert der BUND. „Nur wer dieses Angebot annimmt, soll auch einen Spartarif erhalten. Ziel ist es nicht, Strom möglichst günstig zu machen, sondern den Verbrauch möglichst stark zu senken. Nur so können die Stromkunden der Kostenfalle entgehen. Strom und Energie werden auch in Zukunft teurer werden.“ Die meisten Haushalte haben nach wie vor ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch, so die Erfahrungen der Verbraucherzentrale. Bundesweit wird der Energieverbrauch, der im Standby–Zustand bei vielen Elektrogräten unnötig anfällt, auf die Leistung von zwei Atomkraftwerken geschätzt. Durch sparsame Haushaltsgeräte und Energiesparlampen kann die Stromrechnung um mehrere hundert Euro jährlich gesenkt werden. Damit auch diejenigen Strom einsparen können, die finanziell nicht in der Lage sind, die Mehrkosten für stromsparende Geräte aufzubringen, sollte als Einstiegsmaßnahme ein Starterset kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Das können einige Energiesparlampen, eine abschaltbare Steckerleiste für die Stand-by-Geräte und ein Duschkopf zur Einsparung von Warmwasser sein. Ein solches Modell praktiziert erfolgreich beispielsweise die Caritas in Frankfurt. Auch der Kauf von besonders sparsamen Haushaltsgroßgeräten wie Kühlschrank, Waschmaschine und Spülmaschine sollte gezielt gefördert werden. Die Startersets, die Energieberatung sowie die Zuschüsse für besonders sparsame Haushaltsgeräte sollte durch einen Energiesparfonds finanziert werden, der sowohl durch die Energieversorger als auch durch Mittel aus dem Bundeshaushalt gespeist wird. Darüber hinaus fordern BUND und Verbraucherzentrale ein kundenfreundlicheres Schuldenmanagement. Gerade einkommensschwache Haushalte können die Preissteigerungen auf dem Energiemarkt nicht durch eine Umschichtung ihres Konsums ausgleichen. Eine Vielzahl von Haushalten wird von der Stromversorgung abgeschnitten, nachdem sie eine hohe Nachzahlungsforderung des Versorgers nicht mehr bezahlen können. Ohne Strom wird ein geregelter Alltag immer problematischer und diese Familien geraten in eine sehr schwierige Lage. Zusatzkosten für Mahnverfahren, die Stromsperre und die erneute Freigabe verschärfen die Lage weiter. „Auf Energiesperren für einkommensschwache Haushalte sollte daher grundsätzlich verzichtet werden“, so Hans Weinreuter. Im Falle von Zahlungsproblemen lässt sich mit Hilfe einer Lastbegrenzung, bei der eine geringe Leistung weiterhin bezogen werden kann, ein minimaler Verbrauch weiter sicherstellen. Alternativ könnten auch Münz- oder Kartenzähler zum Einsatz kommen. Die Forderungen im Überblick:
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Hans Weinreuter, Telefon: 06131/28 48 42 BUND Rheinland-Pfalz: Dr. B. Braun , Telefon 0621/5294080 bzw. 0177/4638793 Dr. E. Manz, Telefon 06131/627060 bzw. 0151/12273866 Weitere Informationen zum Download:
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