Landesverband Rheinland-Pfalz

14. Februar 2007

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zeichnet Naturschutzhöfe aus

Betriebe aus Rheinland-Pfalz erhalten Auszeichnung

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel verlieh gestern erstmals den "Förderpreis Na-turschutzhöfe", mit dem vorbildliche Leistungen der Landwirtschaft für den Natur-schutz ausgezeichnet werden. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL). Das Projekt wurde vom Bundesumweltministerium gefördert. Preisträger 2006 ist unter anderen das Bioland-Weingut Ludwig Seiler (Weyher, LK Südliche Weinstra-ße). Eine Auszeichnung erhielt der Bioland-Betrieb Bannmühle (Oderheim, LK Bad Kreuznach).

Bei der offiziellen Preisverleihung lobte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die besonderen Verdienste der Preisträger für den Naturschutz: "Wir wissen alle, dass wir zur Erhaltung unserer biologischen Vielfalt die naturverträglich wirtschaftenden Landnutzer brauchen. Ohne sie lässt sich das Ziel der Bundesregierung, den Verlust der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu stoppen, nicht erreichen." Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. freut sich, dass zwei Betriebe aus Rheinland-Pfalz diese besonderen Auszeichnungen erhalten haben und gratuliert ganz herzlich. Mit dem Preis wurde das große Engagement für Naturschutzleistungen auf den Höfen honoriert.

Ludwig Seiler realisiert auf seinem Weingut eine umfassende Umsetzung von Naturschutz im Weinbau. Sein Bewirtschaftungssystem hat das Ziel, nicht nur die Rebe optimal mit Nähr-stoffen und Wasser zu versorgen, sondern gleichzeitig die Artenvielfalt zu fördern. Ludwig Seiler arbeitet mit eigens zusammen gestellten Begrünungsmischungen für die Rebgassen und mit Selbstbegrünung. Die Bodenbearbeitung richtet sich unter anderem danach, ob wertvolle Arten der Weinbergsflora schon Samen gebildet haben. So bergen seine Weinberge ein großes Samenreservoir und eine hohe Artenzahl der gefährdeten Weinbergsflora. Zudem hat Ludwig Seiler viele Möglichkeiten entwickelt, Öko-Nischen im Weinberg und rund um den Hof einzurichten: Wildbienen-Nisthölzer, ungemulchte Rebrandstreifen, Turmfalken-Nistkästen (beobachtet über eine Nistkasten-Kamera), Trockenmauern und vieles mehr. In Führungen macht er seine Kunden und Gäste darauf aufmerksam.

Hans Pfeffer bewirtschaftet den Betrieb Bannmühle seit 14 Jahren. Schwerpunkt ist der ökologische Obstanbau in Verbindung mit der Mutterkuhhaltung. Diese Form der Landwirtschaft leistet einen herausragenden Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft des Nordpfälzer Hügellandes. Der Kreislaufgedanke ist auf dem gesamten Betrieb sehr ausgeprägt: Der anfallende Mist dient im Obstbau als organischer Dünger, der Trester, der in der Kelterei anfällt, wird wiederum an die Rinder verfüttert. Die Streuobstbestände werden von den Rindern der bedrohten Nutztierrasse "Glanrind" beweidet. Im Obstbau werden alte Sorten und neue resistente Sorten verwendet. Sehr beeindruckend ist die Neuanlage einer Streuobstwiese mit ausgesprochenen Hochstämmen, die mit einem einfachen, aber innovativen elektrischen Baumschutz die Rinder vom Verbiss abhält, sowie die hangparallele Pflanzung mit Hackmulde zum Auffangen von Hangwasser und zur Bewässerung. Als Lohnkelterei bietet die Bannmühle kleinen Betrieben und Privatpersonen die Möglichkeit, aus ihrem Obst eigenen Saft zu erzeugen. Das ist Voraussetzung für die Erhaltung und Pflege der Streuobstbestände in der Region.

Weitere Informationen zum Förderpreis Naturschutzhöfe sowie auch die detaillierte Beschreibung der beiden anderen Preisträger und der acht weiteren ausgezeichneten Betriebe erhalten Sie auf der Internetseite www.naturschutzhoefe.de.

Kontakt:
Dr. Erwin Manz (BUND Rheinland-Pfalz, Landesgeschäftsführer)
Tel.: 06131 – 231973
info@bund-rlp.de


Aktuell
Aktuelles
Termine
Aktuelle Pressemitteilungen
Ökotipps
Pressearchiv
Newsletterabo
   Impressum zum Seitenanfang