Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leserzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.
Leserbriefe zum Thema
Über eine besonders massive Verschwendung von Energie einerseits und unnötigen CO2-Emissionen andererseits hat auch der BUND noch nie berichtet. Es ist die Praxis besonders größerer Geschäfte, die Türen auch bei zweistelligen Minustemperaturen offenstehen zu lassen. Alleine in der kleinen Rosenheimer Innenstadt habe ich zig Ladenlokale gesehen, in denen dies praktiziert wird – bei minus 11 Grad stehen die Verkäufer drinnen in kurzärmligen Hemden herum. Die vielen Appelle an Verbraucher, umweltschonend zu lüften, werden dadurch geradezu der Lächerlichkeit preisgegeben. Vielleicht ist es möglich, die Menschen für solche Unsinnigkeiten zu sensibilisieren, denn der Einfluss auf Politiker, unsere Umwelt besser zu schonen, ist wohl mit weniger Erfolg gekrönt.
Hugo Gollinger, Rosenheim
Mir fehlt die kritische Sicht hinsichtlich der erneuerbaren Energien. Wenn jährlich überschüssiger Strom von sechs Atomkraftwerken exportiert wird, stellt sich die Frage nach weiterer Einspeisung von Energie ins Netz. Die Einspeisung erneuerbarer Energie muss unbedingt gekoppelt sein mit entsprechender Abschaltung von Atomreaktoren. Die Gewinne der Konzerne müssen komplett dazu verwendet werden, die Endlagerung zu erforschen bzw. das Strahlungspotenzial zu neutralisieren.
Die Forderung nach dem Ausbau der erneuerbaren Energien muss gekoppelt sein mit der Erhaltung ökologischer Standards, des bestehenden Rechts von ökologischen Vorschriften und der Landschaftsverträglichkeit. Die einseitige Forderung und Förderung der erneuerbaren Energien unterläuft bisherige Standards und vernachlässigt die Folgen auch der erneuerbaren Energien für die Umwelt. Man sollte nicht auf einem Auge blind sein!
Herbert Kleiner, Argenbühl
Frau Dewes-Demmerle argumentiert in ihrem Leserbrief klar für die Glühlampe, weil sie ihre Heizwirkung nutzt. Das klingt zwar logisch, ist aber nicht besonders sinnvoll. Die genannte achtmonatige Heizperiode umfasst nur 2/3 des Jahres. Und da Strom die teuerste Energieform ist, kann von "Heizung des kleinen Mannes" wohl kaum die Rede sein. Ganz abgesehen davon, dass für die Erzeugung in herkömmlichen Kraftwerken – was noch immer die Regel ist – ca. dreimal so viel Primärenergie eingesetzt werden muss, wie wenn man den Primärenergieträger direkt zum Heizen verwendet. Aber es gibt immer drei "gute" Argumente gegen Neues: "Das haben wir schon immer so gemacht", "Das haben wir ja noch nie so gemacht" und "Wo kommen wir denn da hin?" …
Übrigens: Die Kritik des BUND an der Energiesparlampe greift mir schon etwas zu kurz. Ich bin seit einem Monat Mitglied, aber habe mich schon so über das Magazin aufgeregt, dass ich ernsthaft in Betracht gezogen habe, wieder auszutreten. Gerade gibt es keinen richtigen Klassenfeind, also kritisieren wir mal polemisch die Energiesparlampe. Sicher, es ist nicht alles gut daran, aber im Moment gibt es wohl (noch) nicht viel Besseres.
Gunther Kufner, Stuttgart
Der BUND ruft ausdrücklich dazu auf, alle Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen. Allerdings fordert er deren Hersteller auf (wie im letzten BUNDmagazin vermerkt), strahlungs- und schadstoffärmere Modelle anzubieten und die Rückführung der Lampen zu verbessern. Elektrosensiblen Menschen kann ihre Verwendung körpernah noch nicht empfohlen werden.
Als langjähriges BUND-Mitglied möchte ich Ihnen mein Lob für Ihre Zeitschrift aussprechen. Manche Dinge bekommen ganz neue Aspekte, wenn man auf anderem Wege als über die Tagespresse informiert wird. Was mich etwas stört, ist die Haltung, die in der Zeitschrift immer wieder gegenüber der Industrie eingenommen wird. Wir alle sind letztlich die Kunden und Abnehmer ihrer Produkte. So finde ich es doch recht unpassend, die deutsche Autoindustrie als Verhinderer von Innovation darzustellen. Die Autoindustrie hat in der Vergangenheit durchaus Modelle produziert, die sehr spritsparend waren, nur hat diese leider fast niemand gekauft. Den Schwarzen Peter ausschließlich der Industrie zuzuschieben, ist viel zu kurzsichtig. Versuchen Sie doch bitte eine sachliche Auseinandersetzung zu führen, vielleicht ist ja die andere Seite durchaus an konstruktiven Vorschlägen interessiert. Wir sind übrigens eine fünfköpfige Familie ohne Auto und fahren auch in den Urlaub mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Hubert Scherrer-Paulus, Dresden
Als Demeter-Bauer seit 30 Jahren bewegt mich der Vorwurf in einem Leserbrief, dass sich auch die Bio-Anbauverbände den Strukturen der konventionellen Landwirtschaft anpassen. Zur Klarstellung: In den ersten 10 bis 15 Jahren konnten wir mit kleineren Betrieben und mit sehr viel Freude und ideeller Belohnung durch unsere Kunden auf den Höfen gut zurechtkommen. Dann entdeckten die großen Ketten den Ökomarkt und führten ihre (Preis drückenden) Einkaufsstrategien ein. Die Käufer kamen seltener auf die Höfe. Die wachsende und neue Kundschaft unterschied meist nicht mehr zwischen den wesentlich höheren Standards der Anbau-Verbände und den eingeschränkten Standards des EG-Biosiegels. Die Preise für die Erzeugnisse der Bioverbände folgten nach unten und zwangen uns zu noch überlebensfähigen größeren Betrieben. Nur wenige Höfe konnten mit der alten Ab-Hof-Kundschaft in der Nähe der Städte überleben.
Nun ist es ja nicht Ministerin Aigner, die den Markt entscheidet, sondern allein und ausschließlich der Endkunde, der eben im Supermarkt Öko billig einkauft oder in einem individuellen Laden auf höhere Ökostandards Wert legt und dort einkauft. Dieser Kunde entscheidet über die Verhältnisse auf den Höfen. Also bitte keine Vorwürfe an uns, sondern ein Appell an alle BUND-Mitglieder, Verbandsware zu kaufen. So bestimmen Sie die Agrarstruktur.
Adolf Goedecke, Schkopau
Mit großem Interesse lese ich immer das BUNDmagazin und habe daher auch den Artikel "Was plant der BUND" gelesen. Besonders ist mir hierbei die Aussage aufgefallen, dass Torf ins Moor gehört und nicht in Anzucht- oder Pflanzerden. Denn ich säe seit einigen Jahren die unterschiedlichsten Gemüsesorten – alle aus und in biologischem Anbau, z.T. auch bedrohte Nutzpflanzenarten und verschiedene Tomatensorten.
Nachdem ich zunächst noch Torf verwendet hatte, habe ich nicht nur aus Gründen des Naturschutzes auf derartige Erden verzichtet. Vor allem verdichtet sich torfhaltige Erde sehr schnell und neigt dazu, dadurch die feinen Wurzeln zu "ersticken" und nur noch bedingt Wasser aufzunehmen. Daher griff ich auf torffreie Aussaaterde zurück. Hier musste ich allerdings feststellen, dass die Pflanzen nicht selten von Pilzen oder anderen Erkrankungen betroffen waren. Zudem verdichtete sich auch diese Erde nach gewisser Zeit. Nun bin ich auf Erde aus Kokosfasern umgestiegen und muss sagen, ich bin bisher begeistert. Die Erde bleibt konstant feucht, aber nicht nass, verdichtet sich kein bisschen, und Krankheiten sind bisher auch noch nicht aufgetreten. Die einzigen Bedenken, die ich bei Kokosfasern habe, ist die Frage nach der Herkunft. Wurden die Kokospalmen in Monokultur angebaut, vielleicht sogar auf ehemaligen Urwaldflächen?
Zudem stellt sich die Frage nach der CO2-Billanz, was den Transport der Kokosfasern angeht. Hierzu habe ich beim Hersteller nachgefragt und bin gespannt auf die Reaktion. Wenn Hersteller spüren, dass die Verbraucher umweltfreundliche Produkte auch bewusst nachfragen, werden sie sich im Idealfall auch der Nachfrage anpassen. Und sollte auch diese Alternative nicht ökologisch genug sein, bleibt immer noch der selbst erzeugte und kurz erhitzte Kompost.
Im Übrigen bleibt mir noch zu sagen: Machen Sie weiter so!
Torsten Jäger, Bodenheim
Im BUNDladen bieten Sie ein Kinder-Shirt an, das die Aufschrift "Ich Ich Ich!" trägt. In einer Zeit, in der der Egoismus in unserer Gesellschaft eine so große Rolle spielt, sollten m.E. nach nicht schon Kinder durch ihre Kleidung darauf hinweisen, dass "sie, sie und nochmals sie" allein im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen. Gerade Kinder sollen ja lernen, dass sie Teil eines sozialen Ganzen sind.
Kai Detlev Sievers, Kiel
Als Mitglied erhielt ich heute das aktuelle BUNDmagazin. Die BUNDcard 2010 war im Kartoneinband des Heftes integriert. Nach dem Heraustrennen war klar: Der Kartonrahmen hat es nicht heil überlebt. Also entfernte ich ihn komplett. Doch welche Überraschung: Jetzt hat das Heft keinen Einband mehr!
Mein Bitte: Geben Sie dem BUNDmagazin einen vernünftigen Einband. Ich hebe das BUNDmagazin jahrelang auf und werfe es nicht gleich ins Altpapier. Auch leihe ich es gern Bekannten zum Lesen. Ich wünsche mir ein Heft, das man gern aufhebt und immer wieder in die Hand nimmt, weil Aufmachung und Machart keinen Zweifel daran zulassen.
Jan Kropp, Braunschweig
Dreimal im Jahr werden die äußeren Seiten des Innenteils als Umschlag erklärt. Nur wenn wie jetzt die “BUNDcard” mitgeschickt wird, erhält das Heft einen festeren Umhefter. Tatsächlich sollte man ihn nicht entfernen, da sonst die Bindung leidet. Das BUNDmagazin regelmäßig mit einem festen Einband zu versehen, scheitert leider an den hohen Kosten. Da vor langer Zeit versäumt wurde, diese Ausstattung zum Standard zu machen, ist es in Zeiten knapper Kassen (auch beim BUND) sehr schwierig, dies nachzuholen. Als Zeichen der Geringschätzung des BUNDmagazins durch den BUND sollte dies aber nicht interpretiert werden.