5. September 2010
Proteste gegen Atom-Gipfel im Kanzleramt: "Wer Laufzeiten verlängert ist angezählt!" – Lautstarker Protest von 2000 Atomkraftgegnern / 2.000 Ballons stiegen als "radioaktive Wolke" vor Kanzleramt auf / Mahnwache bis zum Ende des Gipfels
Berlin. 2.000 Menschen haben heute anlässlich des Atomgipfels lautstark gegen die Pläne der Bundesregierung demonstriert, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. Vor dem Kanzleramt ließen sie 2.000 schwarz-gelbe Ballons als "radioaktive Wolke" aufsteigen. Eine Merkel-Puppe in Schutzkleidung versuchte vergeblich, die Ballons mit einem Schmetterlingsnetz wieder einzufangen. Die Aktion wurde von Campact organisiert und von Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) unterstützt.
"Atomkraft birgt ein tagtägliches Risiko, gegen das auch die Kanzlerin im Ernstfall machtlos ist. Mit längeren Laufzeiten will Merkel die Menschen einem mit dem Alter der Atommeiler zunehmenden Sicherheitsrisiko aussetzen, nur um den Stromkonzernen milliardenschwere Extraprofite zu sichern. Wir machen der Regierung heute klar: Eine Regierung, die sich nur auf Klientelpolitik versteht, ist bei den Bürgern angezählt", so Christoph Bautz von Campact.
"Es gibt keinen vernünftigen Grund die Laufzeiten der gefährlichsten Atomkraftwerke zu verlängern. Auch mit ihren tendenziösen Energieszenarien ist es der Bundesregierung nicht gelungen, die gewünschte Begründung für ihre Pläne zu bekommen. Die Wahrheit ist: Wir können das atomare Risiko viel schneller beenden und die gefährlichsten AKW sofort vom Netz nehmen" so Thorben Becker, Energieexperte des BUND.
Etliche Atomkraftgegner wollen bis zum Ende des Atomgipfels vor dem Kanzleramt mit einer Mahnwache ausharren. Sie wollen damit den tagenden Koalitionspolitikern zeigen, dass sie unter Beobachtung der Bevölkerung stehen.
Pressekontakt
Christoph Bautz, Campact
bautz@campact.de, Mobil 01 63 / 5 95 75 93
Thorben Becker, BUND
thorben.becker@bund.net, Mobil 01 73 / 6 07 16 03