13. März 2011

BUND: Wer die Sicherheit der Bevölkerung ernst nimmt, muss Atomkraftwerke abschalten

Pressemitteilung vom 13.03.2011

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert  die Bundesregierung auf, aus der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima Konsequenzen für die deutschen Atomkraftwerke zu ziehen. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger: "Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel AKWs auf den Prüfstand stellen will, muss das bedeuten, alle AKWs in Deutschland abzuschalten, die ältesten und gefährlichsten Anlagen sofort."

Schon jetzt sei klar, dass es in allen deutschen Atomkraftwerken unlösbare Sicherheitsprobleme gäbe. Insbesondere in den älteren Reaktoren führten Konstruktionsmängel und jahrelang ausgebliebene Nachrüstungen zu steigenden Risiken. Für wesentliche Konstruktionsmängel der alten Reaktoren wie veraltete Reaktorgebäude, Sicherheitsbehälter, Reaktordruckbehälter und Lagerbecken seien Nachrüstungen nicht möglich. "Wer nach einem solchen Störfall, wie er jetzt in Japan eingetreten ist, einfach so weitermacht wie bisher und die Risiken weiter bagatellisiert, der  handelt unverantwortlich und zynisch", so der BUND-Vorsitzende Weiger.

Der BUND kritisierte die gestrige Äußerung von Bundeskanzlerin Merkel scharf, die Atomkraft sei für Deutschland eine wichtige Brückentechnologie. "Wer so argumentiert, der führt die Bevölkerung hinters Licht. Die AKWs in Brunsbüttel oder Krümmel stehen nach Störfällen seit Jahren still. Sechs alte Atomkraftwerke laufen für den Strom-Export. Wir können und müssen diese acht AKWs sofort und endgültig vom Netz nehmen", sagte Weiger. "Die Erneuerbaren Energien brauchen keine Brücke. Die Atomkraft passt nicht zum weiteren Ausbau von Sonne, Wind und Biomasse."

Der BUND kündigte an, den Druck auf die Politik weiter zu erhöhen. Bereits für morgen ruft der BUND dazu auf, sich an den in zahlreichen Städten in ganz Deutschland stattfindenden Mahnwachen zu beteiligen.

Weitere Informationen

Kontakt

Thorben Becker, BUND-Atomexperte, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51, presse@bund.net




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