21. September 2010

Anti-Atom-Demonstration der 100.000 in Berlin ist eindeutiges Signal an Bundesregierung. Politischer Druck für Atomausstieg steigt. BUND kündigt weitere Protestaktionen an

Berlin: Die große Zahl der Anti-Atom-Demonstranten, die am Samstag in Berlin für einen schnelleren Atomausstieg auf die Straße gingen, ist für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Beleg dafür, dass die von der Bundesregierung mit den Stromkonzernen ausgehandelten Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke einen hohen politischen Preis haben werden. Mit einer rückwärtsgewandten Energiepolitik habe die schwarz-gelbe Regierungskoalition dafür gesorgt, dass die Bundeshauptstadt die in ihrer Geschichte bisher größten Anti-Atom-Proteste erlebt habe.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die 100.000 Demonstranten gegen die Atompolitik von Schwarz-Gelb haben mitten im Berliner Regierungsviertel deutlich gemacht, dass große Teile der Bevölkerung die Kungelei der Bundesregierung mit den Stromkonzernen ablehnen. Wut und Enttäuschung über die undemokratischen Geheimverhandlungen und die abzusehende Verdreifachung der Atommüllmengen sind umgeschlagen in phantasievollen Protest. Die 100.000 in Berlin stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die es ablehnen, dass die gefährlichen Atomkraftwerke länger laufen sollen. Frau Merkel sollte diese Proteste sehr ernst nehmen. Wenn sie stattdessen die Interessen einiger weniger Großkonzerne bedient, wird sie politisch scheitern."

Der BUND als einer der Initiatoren der Berliner Großdemonstration kündigte indes weitere Anti-Atom-Aktionen an. "Die gestrige Demonstration war der Start in einen heißen Herbst. Am 6. Oktober geht es in Süddeutschland mit der Umzingelung des Stuttgarter Landtags weiter, am 9. Oktober wird es in München eine Aktions- und Menschenkette gegen die Atomkraft geben und am 6. November findet im Wendland eine große Protestkundgebung gegen die geplanten Castortransporte nach Gorleben statt", sagte Weiger.

Die Bundesregierung müsse endlich ihrer Verantwortung nachkommen, die Risiken der Atomenergienutzung von der Bevölkerung abwenden und den Atomausstieg beschleunigen.

Pressekontakt

Thorben Becker, BUND-Energieexperte
Tel. 0 30 / 2 75 86-421, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher
Tel. 0 30 / 2 75 86-464, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51; presse@bund.net




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