19. Oktober 2011

Zum "Tag der Allee" am 20. Oktober: Allee des Jahres 2011 ist eine Ahorn-Eschen-Allee im Land Brandenburg

Zweitplaziertes Bild "Alleen 2011": Lindenallee im bayrischen Waldkirchen, Foto: Franz Bogner

Berlin/Kremmen: Zum "Tag der Allee" am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die "Allee des Jahres 2011" gekürt. Aus über 250 Beiträgen eines jährlich durchgeführten bundesweiten Fotowettbewerbs wählte die Jury diesmal eine Ahorn-Eschen-Allee im Ort Kremmen im Bundesland Brandenburg zum Sieger.

Das Foto sandte der Bürgerverein Linumhorst ein. Die imposante Allee wurde Mitte der 1920er Jahre angelegt und weist bis heute nur sehr wenige Lücken auf. Besonders diese Tatsache mache sie zu einem sehr seltenen Naturgut und der alte Baumbestand böte Lebensraum für viele Tierarten, so die Jury in ihrer Begründung. Hinzu komme, dass Alleen-Paten seit vielen Jahren die alten Ahorn- und Eschen-Bäume schützten. Weil viele der alten Bäume nun gefällt werden sollen, sei die Ahorn-Eschen-Allee in Kremmen derzeit akut bedroht.

Ulrike Mehl, stellvertretende BUND-Vorsitzende: "Die Prämierung der Allee 2011 in Kremmen im Land Brandenburg macht auf die Gefährdung von Alleebäumen deutschlandweit aufmerksam. Alleen leisten einen unschätzbaren Beitrag für den Umwelt- und Naturschutz, filtern Schadstoffe aus der Luft und sind Refugien für viele gefährdete Tierarten. Und nicht zuletzt prägen sie in bedeutender Weise das Landschaftsbild in Deutschland."

Deutschlandweit gebe es zirka 20000 Kilometer Alleen. Gefährdet seien sie vor allem durch den Straßenausbau und die industrielle Landwirtschaft, durch rigorose Schnittmaßnahmen und den Einsatz von Tausalzen im Winter. In Brandenburg sei ihr Bestand in der letzten Dekade von 12.000 Kilometer auf unter 8.000 Kilometer geschrumpft.
 
Ulrike Mehl: "Leider sind viele Alleen inzwischen aus unserer Landschaft verschwunden. Dabei kann schon mit einfachen Mitteln viel für den Schutz bedrohter Alleen getan werden. Ein Tempolimit von 70 Kilometer pro Stunde in engen Alleenabschnitten, wie aktuell von Brandenburg geplant, bringt beispielsweise mehr Verkehrssicherheit als das jährliche Fällen tausender Alleenbäume für den Straßenbau. Auch die Reduzierung des Lkw-Verkehrs in gefährdeten Alleen und die Verwendung von Splitt oder Kies statt Tausalz im Winter schützt die wertvollen alten Bäume."

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