25. April 2010

Politischer Druck für Atomausstieg steigt. Anti-Atom-Bewegung setzte kraftvolle Zeichen gegen Laufzeitverlängerungen

Anti-Atom-Sonne mit erhobener Faust.

Berlin: Die große Zahl der Anti-Atom-Demonstranten, die am Samstag in vier Bundesländern für den Atomausstieg auf die Straße gingen, ist für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein riesiger Erfolg. "Die Menschenkette von Krümmel nach Brunsbüttel und die Proteste in Biblis und Ahaus haben deutlich gezeigt: Es gibt keine Renaissance der Atomkraft, es gibt eine Renaissance der Anti-Atom-Bewegung", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Eine 120 Kilometer lange "Aktions- und Menschenkette" vom Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein quer durch Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel brachte am Samstag mehr als 120.000 Teilnehmer auf die Straßen und die Elbdeiche. In Hessen beteiligten sich vor dem AKW Biblis bei einer Kundgebung gegen den Pro-Atom-Kurs der Bundesregierung etwa 20.000 und in Nordrhein-Westfalen vor dem Atomzwischenlager Ahaus weitere rund 6.000 Atomgegner. Besonders beeindruckend sei gewesen, dass Menschen aus allen Regionen Deutschlands und aus allen Generationen bei den Aktionen mitgemacht hätten, sagte Weiger.

"Hundertvierzigtausend Demonstranten haben in der Auseinandersetzung um die Zukunft der Energieversorgung klar zum Ausdruck gebracht: Eine hoch industrialisierte Wirtschaftsnation wie die unsrige kann und muss auf den gefährlichen Irrweg der Atomkraft verzichten", sagte Weiger. Dies werde auch in Ländern wahrgenommen, wo es noch keinen Ausstieg aus der Atomtechnologie gebe. Er forderte die Bundesregierung auf, nicht länger die kurzsichtigen Interessen von Energiekonzernen zur Grundlage ihrer Politik zu machen. "Es stehen nicht Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke auf der Tagesordnung sondern Laufzeitverkürzungen", sagte Weiger.

Um die nationalen und internationalen Klimaziele zu erreichen, müsse Deutschland etwa Mitte dieses Jahrhunderts seinen Energiebedarf nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen decken. Weil sie Investitionen in erneuerbare Energien blockierten, stünden Atomkraftwerke ebenso wie neue Kohlekraftwerke diesen Zielen im Wege. Die Bundesregierung müsse endlich ihre Verantwortung wahrnehmen, die Risiken des Klimawandels und die Gefahren der Atomenergienutzung von der Bevölkerung abwenden und den Atomausstieg beschleunigen.

Pressekontakt:

Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 0 30 / 2 75 86-421, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-464, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51; presse@bund.net

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