18. Juni 2004

NABU und BUND begrüßen Gentechnikgesetz. Gentechnikfreie Landwirtschaft besser geschützt

Gemeinsame Pressemitteilung vom 18. Juni 2004

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund NABU haben das heute im Bundestag von SPD und Grünen verabschiedete Gentechnikgesetz grundsätzlich begrüßt. Die Umweltverbände zeigten sich insbesondere über die Einrichtung eines öffentlichen Bundesregisters erfreut, das künftig grundstücksgenau Auskunft über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen geben soll.

"Durch die Neufassung des Gesetzes konnten eine Blockade der unionsgeführten Länder im Bundesrat umgangen und wesentliche Punkte verbessert werden", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

"Das öffentliche Register ist ein geeignetes Instrument für mehr Transparenz bei der Agro-Gentechnik", sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt. "Jetzt können Bauern, Imker, Anwohner und alle anderen Interessierten über das Internet erfahren, wo sich Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen befinden."

Positiv bewerteten die Verbände auch, dass künftig die spezifischen Erkennungsmarker für gentechnisch veränderte Organismen im Register veröffentlicht würden. Die Marker seien die Grundlage, um die Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen in Landwirtschaft und Natur nachvollziehen zu können. Wenn sich herausstelle, dass sich eine Gentech-Pflanze unkontrolliert verbreite und ökologische Schäden verursache, müsse der Anbau umgehend gestoppt werden. Ökologisch sensible Gebiete würden durch eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zusätzlich geschützt.

BUND und NABU kritisierten jedoch das eingeschränkte Mitspracherecht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) bei der Zulassung und Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen. Gerade beim kommerziellen Anbau genveränderter Pflanzen sei es wichtig, das Urteil einer naturschutzfachlichen Instanz einzuholen. Die Gefährdung von Natur und Landwirtschaft durch die Agro-Gentechnik erfordere zwingend die Mitsprache von Naturschutz-Experten.

Für Rückfragen: Steffi Ober, NABU-Gentechnikexpertin, Tel. 030-49500-757, E-Mail: presse@nabu.de, Internet: http://www.nabu.de/, bzw. Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 030-27586-456, Mobil: 0179-8138088 oder BUND-Pressestelle, Rüdiger Rosenthal, Tel. 030-27586-425, E-Mail: presse@bund.net




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