10. März 2016

Fukushima mahnt: Risiken der Atomkraft sind zu groß. Auch die übriggebliebenen acht deutschen Atomkraftwerke müssen sofort vom Netz

Kindergarten in Tschernobyl; Foto: Andreas Schoeps

Atomkraft ist nicht beherrschbar

Berlin/Tokio: Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), wird während seines heute beginnenden Aufenthalts in Japan an Veranstaltungen und Kundgebungen in der Region Fukushima und in Tokio anlässlich des 5. Jahrestags der Atom-Katastrophe vom 11. März 2011 teilnehmen. Bereits am Abend wird eine erste Demonstration vor der Zentrale des japanischen Atomkraftwerksbetreibers TEPCO in Tokio stattfinden.

"Aus den Fukushima-Reaktoren tritt immer noch Radioaktivität aus, gelangt in die Atmosphäre, das Grundwasser und den Ozean. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit mindestens rund 10000 strahlenbedingten Krebsfällen, die Hälfte davon mit tödlichem Ausgang. Fukushima, Tschernobyl und unzählige Störfälle in dutzenden Atomreaktoren weltweit belegen: Die Risiken der Atomkraft sind zu groß. Täglich steigt die Wahrscheinlichkeit eines neuen Super-GAUs. Hochwasser- und Erdbebengefahren, Alterungserscheinungen, Sicherheitsmängel und menschliches Versagen können an allen AKW-Standorten jederzeit zu schwersten Störfällen führen. Deshalb müssen auch die in Deutschland weiter laufenden acht Atomkraftwerke sofort abgeschaltet werden", sagte der BUND-Vorsitzende vor seiner Abreise in Berlin.

Weiger wies außerdem auf die dramatischen Erblasten der Atomenergienutzung hin: "In Fukushima stapeln sich auf riesigen Flächen Säcke mit radioaktiv verseuchter Erde. 10.000 Quadratkilometer Land gelten als nicht mehr nutzbar. Um Tschernobyl gibt es 30 Jahre nach dem GAU immer noch eine Sperrzone größer als das Saarland. Deutschland und alle anderen die Atomkraft nutzenden Staaten wissen nicht wohin mit den abgebrannten Brennelementen und dem übrigen Strahlenabfall. Noch immer behaupten manche, Atomstrom sei am billigsten. Am Ende ist der Atomstrom der teuerste Strom überhaupt."

"Viele Generationen nach uns werden sich mit den radioaktiven Altlasten herumschlagen müssen, die wir ihnen hinterlassen. Die endgültige Abkehr vom Irrweg der Atomenergienutzung muss endlich im Grundgesetz festgeschrieben werden, das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig", sagte der BUND-Vorsitzende.

Mehr Informationen:




Suche in Presse

Suche