28. Mai 2008

Energieeffizienz: Schaltet die EU-Kommission auf Standby? / Verbraucher- und Umweltschützer fordern anspruchsvolle Standards für energieverbrauchende Geräte

Berlin/ Brüssel: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern die Europäische Kommission auf, in ihrem Engagement für den Klimaschutz nicht nachzulassen. „Konkret wird sich dies bei der Ausgestaltung der Öko-Designrichtlinie zeigen“, sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen. „Die größten Stromfresser müssen vom Markt verschwinden“. BUND und Verbraucherzentrale Bundesverband appellieren an die Kommission, Mindestverbrauchsstandardstandards für weitere energieverbrauchende Geräte festzulegen. Außerdem sei eine klare Kennzeichnung nötig. Der Verbraucher müsse auf einen Blick erkennen können, welche Geräte Geldbeutel und Umwelt am meisten schonen.

Können sich Verbraucher darauf verlassen, dass moderne Geräte sparsamer sind als alte Stromfresser? Dafür sorgen soll die „Öko-Design-Richtlinie“. Für Geräte wie Fernseher, Set-Top-Boxen, Kühlgeräte oder Waschmaschinen wird festgelegt, wie viel sie im Betrieb und im Standby verbrauchen dürfen. Wenn alles glatt geht, werden hier in den kommenden Jahren die ineffizientesten Geräte verbannt. Heute berät die EU-Kommission gemeinsam mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden, Verbraucher- und Umweltgruppen, auf welche weiteren Produkte die Richtlinie ausgedehnt werden soll.

Öko-Design: Anfang vom Ende ambitionierter Standards?

Dabei droht die Umsetzung der Öko-Design-Richtlinie ins Stocken zu geraten. BUND und vzbv befürchten, dass die EU-Kommission ihr Engagement zur Ausweitung des Öko-Designs auf weitere Produktgruppen einstellt. Wie bekannt wurde, will die Kommission statt der vorgesehenen 25 neuen Produktgruppen bis 2011 nur zehn, sehr vage formulierte Kategorien bearbeiten. Dadurch wird die Verabschiedung konkreter Stromverbrauchsstandards verschleppt. „Einige große CO2-Schleudern wie Heizpilze fasst die Kommission gar nicht erst an“, sagt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND.

Darüber hinaus sollen bei der weiteren Umsetzung der Richtlinie verbindlichen Regelungen zunehmend durch industrielle Selbstverpflichtungen ersetzt werden. „Alle Erfahrungen mit der Industrie zeigen, dass ihre Selbstverpflichtungen das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben wurden“, so Weiger. „Deshalb brauchen wir umfassende gesetzliche Regelungen, um den Stromverbrauch der Elektrogeräte zu senken. Wenn die EU-Kommission und die Bundesregierung weiter faule Kompromisse zum Prinzip ihrer Politik machen, steuern wir geradewegs in die Klimakatastophe“.

Ansprechpartner:

Christian Noll, BUND-Projekt Energieeffizienz, Tel. 0 30 / 2 75 86-436, christian.noll@bund.net




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