28. Mai 2008
DNR, BUND, NABU zur Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz über die biologische Vielfalt in Bonn
Die großen deutschen Umweltverbände Deutscher Naturschutzring (DNR), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) begrüßen die deutliche Aufstockung der Finanzmittel für den Schutz der biologischen Vielfalt durch Bundeskanzlerin Angela Merkel.
„Leider hat Frau Merkel kein Wort über die umweltschädlichen Subventionen in Höhe von 485 – 677 Milliarden Dollar pro Jahr verloren, die eine zentrale Ursache für den Verlust von biologischer Vielfalt sind“, beklagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Würden in einem ersten Schritt nur 20 Prozent dieser Subventionen zur Unterstützung der biologischen Vielfalt umgewidmet, könnte der derzeitige Trend beim Verlust an biologischer Vielfalt gestoppt werden, so Weinzierl.
„Überfällig ist in Deutschland der Vollzug der gemeldeten Natura-2000-Gebiete durch Management- und Entwicklungspläne. Dazu müssen Agrarsubventionen in die zweite Säule der Förderung des ländlichen Raumes umgewidmet werden“, sagte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Er forderte die Bundeskanzlerin auf, die Vorschläge der EU zur Fortentwicklung der
Agrarpolitik positiv aufzugreifen und sie nicht länger über ihren Agrarminister Horst Seehofer torpedieren zu lassen.
Im Zusammenhang mit der 9. Vertragsstaatenkonferenz über die biologische Vielfalt bezeichnete es der Präsident des NABU, Olaf Tschimpke, als besonders problematisch, „wenn im soeben vorgelegten Entwurf für ein Umweltgesetzbuch beim Buch III, dem Bundesnaturschutzgesetz, die Eingriffsregelung bei Infrastrukturprojekten zugunsten des Naturschutzes abgeschwächt werden soll. „Wie soll die biologische Vielfalt weltweit erhalten werden, wenn dies nicht einmal zu Hause gelingt“, erklärte Tschimpke.
Weitere Informationen:
Dr. Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär, mobil: 01 60 / 97 20 91 08,
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425,
Claus Mayr, NABU Direktor Europapolitik, mobil: 01 72 / 5 96 60 98.