28. Oktober 2009

Die EU pokert um die Klimazukunft der Entwicklungsländer. Merkel muss Klimakonferenz in Kopenhagen zur Chefsache machen

Berlin: Nachdem bekannt wurde, dass sich die europäischen Staats- und Regierungschefs morgen beim EU-Gipfel in Brüssel voraussichtlich nicht auf konkrete finanzielle Zusagen für Klimahilfen festlegen werden, forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kanzlerin Angela Merkel auf, die UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen zur Chefsache zu machen. Damit die EU handlungsfähig bliebe, müssten alle Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen zusammenkommen. Nur so könnten noch kurzfristig verbindliche finanzielle Zusagen gegenüber den Entwicklungsländern getroffen werden. Geplant sei bisher eine Verhandlung auf Umweltministerebene.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die europäischen Staaten pokern um die Zukunft der Entwicklungsländer und setzen mit ihrer Verhandlungstaktik das Ziel leichtfertig aufs Spiel, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius einzudämmen. Die EU hat eine Chance verpasst, kurz vor der letzten Verhandlungsrunde in Barcelona den deutlichen Willen zu signalisieren, dass ein globales Klimaschutzabkommen gelingt. Jetzt müssen sich die Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen an einen Tisch setzen, damit hier noch ein wirksames und faires Abkommen auf den Weg gebracht werden kann."

Der BUND als größter deutscher Umwelt und Naturschutzverband sammelt seit heute Unterschriften für eine Petition, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen aufgefordert werden, sich für ein Emissionsminderungsziel von 40 Prozent für die Industriestaaten und angemessene Finanzhilfe für die Entwicklungsländern einzusetzen. Der Beitrag der EU für Anpassung und Klimaschutz in den armen Ländern müsse nach Ansicht des Umweltverbandes mindestens 35 Milliarden Euro jährlich betragen. Unterlassener Klimaschutz käme die Industriestaaten deutlich teuerer zu stehen.

Weitere Informaitionen

Pressekontakt: Antje von Broock, BUND-Expertin Internationale Umweltpolitik, Tel. 0 30 / 2 75 86–468; bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 0 30 / 2 75 86–464, presse@bund.net




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