1. September 2007
Ökologischer Pflanzenschutz
Kategorie: Garten
Pestizide reichern sich im Boden, in Gewässern und der Nahrungskette an. Wer selbst Gemüse und Obst anbaut sollte deshalb auf die so genannten Pflanzenschutzmittel verzichten und Verfahren der biologischen Schädlingsbekämpfung nutzen.
Grundlegend beim biologischen Pflanzenschutz sind laut BUND vorbeugende Maßnahmen, um Pflanze und Boden gesund zu halten. So ist es grundsätzlich besser heimische Pflanzen anzubauen. Sie sind an den jeweiligen Boden angepasst und somit robuster. Nutzpflanzen sollte man zudem möglichst in Mischkulturen pflanzen, da bestimmte Arten dann die Fressfeinde ihrer Nachbarn verdrängen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Beachtung einer Fruchtfolge, sie beugt der Auslaugung des Bodens vor.
Zur biologischen Schädlingsbekämpfung eignen sich Pflanzenjauchen oder -tees. Sie wirken schnell und sind nicht giftig. Brennnesselsud wirkt gegen Blattläuse und Spinnmilben und ist zugleich ein Dünger. Beinwelljauche ist eine gut geeignete Nährbrühe für Tomaten, Kohl und Sellerie. Adlerfarnbrühe hilft den Pflanzen bei Kaliummangel. Wermuttee vertreibt Ameisen, Blattläuse, Raupen und Gemüsefliegen. Wer seinen Garten von Wühlmäusen frei halten möchte, kann Hundszunge, Knoblauch oder Steinklee pflanzen. Das Einbringen von Knoblauchzehen oder des Schnittgutes vom Lebens- oder Walnussbaum in die Mäusegänge hat eine ähnliche Wirkung.
Auch mechanische Maßnahmen können sinnvoll sein. Feine Netze sind eine Barriere für Gemüsefliegen. Kragen an den Kohlpflanzen verhindern die Eiablage der Kohlfliege. Asche, Holzwolle oder Steinmehl kann um schneckengefährdete Pflanzen gestreut werden. Auch dichte niedrige Zäune stoppen Schnecken. Mit höheren Zäunen lassen sich zudem Hasen und Kaninchen fernhalten.
Weitere Infos in der BUND-Broschüre „Naturschutz beginnt im Garten" (5 Euro). Zu Bestell über: 030/27586-480 und im BUNDladen.
Die BUND-Ökotipps sind kostenlos zum Abdruck freigegeben. Der BUND muss als Quelle erkennbar sein.
Stand: September 2007