„Bundesregierung muss beim G8-Gipfel Ausstieg aus der Atomkraft verteidigen“
Berlin: Anlässlich des heute in Japan beginnenden G8-Gipfels erklärt Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), zur Rolle der Atomkraft beim internationalen Klimaschutz:
„Mit der Atomkraft unsere Klimaprobleme zu lösen, ist absurd und angesichts der weltweit völlig ungelösten Entsorgungsprobleme unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen. Daher sollte Kanzlerin Angela Merkel in Hokkaido den Ausstieg aus der Atomkraft konsequent verteidigen.“ Deutschland setze ein weltweites Zeichen für eine kohlenstoffarme Gesellschaft, wenn es bis 2020 entsprechend der Regierungsbeschlüsse seine Emissionen ohne Atomkraft um 40 Prozent senke. Dem könnten sich weder die G8 noch die Entwicklungsländer verschließen.
Die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung sei jedoch stark abhängig davon, wie ambitioniert und stringent das nationale Klimapaket umgesetzt werde. Die Forderungen von Regierungsmitgliedern wie zuletzt von Bundesforschungsministerin Annette Schavan nach Laufzeitverlängerungen der Akw oder die Schwächung des eigenen CO2-Emissionsreduktionsziels zugunsten industrieller Einzelinteressen, schadeten der deutschen Position.
Der BUND-Chef verwies auf aktuelle Eurobarometer-Umfragen, wonach der Widerstand gegen die Atomkraft in den EU-Mitgliedsländern nach wie vor groß sei. „Vor diesem Hintergrund ist die anhaltende Unterstützung der Atomkraft durch EU-Kommissionspräsidenten Barroso vollkommen unverständlich und schadet der Akzeptanz der EU durch die europäischen Bürger. Die Politik ist in der Pflicht, jetzt die Weichen für eine nachhaltige Energieversorgung zu stellen.“
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