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30. Mai 2008

Seehofer blockiert Agrarreformen zulasten der Milchbauern

BUND fordert die Verbraucher auf, den Milchstreik zu unterstützen

Berlin: Anlässlich des Milchstreiks und der Sonder-Agrarministerkonferenz am Montag in Berlin forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) von Agrarminister Horst Seehofer, die aktuellen Reformvorschläge der EU-Kommission für eine gezielte Förderung der Milchbauern in Berg- und Grünlandregionen nicht länger zu blockieren. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Die Milchbauern in den Grünlandregionen sind ein zentraler Pfeiler der Milcherzeugung. Bis zu 500 bedrohte Pflanzenarten sowie gefährdete Tierarten wie der Kiebitz sind auf eine umweltschonende Milchwirtschaft auf Wiesen und Weiden angewiesen. Zudem sichern Grünlandbetriebe Arbeitsplätze in benachteiligten Regionen. Seehofer muss endlich den Weg frei machen für die gezielte Förderung dieser Bauernhöfe.“

Die Kommission hatte den Mitgliedsstaaten vorgeschlagen, zehn Prozent der Direktzahlungen etwa für Milcherzeuger in Regionen, in denen keine andere landwirtschaftliche Erzeugung möglich ist, umzuverteilen. Davon würden besonders Landwirte profitieren, die mit Weidehaltung und Grasfütterung Klima schonend und ökologisch sinnvoll Milch produzieren.

Weiger: „Während Frankreich diese gezielte Förderung von umweltschonend wirtschaftenden Bauern befürwortet, droht Seehofer zum Bremsklotz der Brüsseler Pläne zu werden. Dies widerspricht Seehofers Äußerungen, Bergbauern unterstützen zu wollen.“

Der BUND schlägt drei Maßnahmen zur Förderung der Grünlandregionen vor: Erstens: Die Brüsseler Vorschläge, zehn Prozent der Direktzahlungen zugunsten von Bauern in benachteiligten Regionen umzuschichten müssen ohne Abstriche umgesetzt werden. Zweitens: Die von Brüssel geplante, größenabhängige Kürzung der Direktbeihilfen zugunsten von Klima- und Artenschutz in der Landwirtschaft muss voll umgesetzt werden und der Weidemilchwirtschaft und dem Ökolandbau zugute kommen. Drittens: Die Milchmenge darf keinesfalls ausgeweitet werden, sondern muss an den Bedarf innerhalb der EU angepasst werden. Bei der Modernisierung der Landwirtschaftspolitik dürfe keine dieser Maßnahmen vernachlässigt werden.

Angesichts der sich abzeichnenden Milchknappheit in den Einkaufsregalen appellierte der BUND an die Verbraucher, Verständnis für die streikenden Bauern aufzubringen. Bessere Milchpreise für die Bauern seien eine zentrale Voraussetzung für den Erhalt der Landschaften und der Urlaubsregionen mit einer umweltschonenden landwirtschaftlichen Nutzung. Stabile Milchpreise für Bauern seien besonders für Erholungssuchende und für die Wirtschaftsentwicklung ländlicher Räume ein Gewinn.


Pressekontakt: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 0 30  2 75 86-481; Mobil: 01 76 / 65 09 83 41 bzw. Friedrich Ostendorff, BUND Agrarsprecher, Tel. 01 60 / 7 32 24 61, E-Mail: reinhild.benning@bund.net

Reinhild Benning, Leiterin Referat Landwirtschaft, BUND - Freunde der Erde Am Köllnischen Park 1, 1 01 79 Berlin, Tel.: 030 / 2 75 86 – 481, Fax: 030 / 2 75 86 -440, E-Mail: reinhild.benning@bund.net




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