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7. Februar 2008

Clement „schmückt“ Atomforum. Atom-Renaissance ist eine Schimäre. Längere Reaktorlaufzeiten schaden dem Klima

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das heute bei der Wintertagung des Deutschen Atomforums abgegebene Votum von Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, aus Gründen der Versorgungssicherheit und des Klimaschutzes die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern, zurückgewiesen. Die BUND-Atomexpertin Renate Backhaus hielt Clement entgegen, dass dem Klimaschutz mit kürzeren Reaktorlaufzeiten besser gedient sei. Alles andere würde die Energiewende hin zu mehr Effizienz und einem stärkeren Ausbau regenerativer Energien blockieren. Ob Deutschland seine Klimaschutzziele einhalte, werde sich eher daran entscheiden, wie viele neue Kohlekraftwerke in den nächsten Jahren gebaut oder nicht gebaut würden. Der Schutz des Klimas sei mit dem Atomausstieg vereinbar, wenn der Einsparung von Energie Vorrang gegeben werde. Dies hätten mehrere Studien im Auftrag der Bundesregierung nachgewiesen.

Die von der Atomlobby oft ins Feld geführte „Renaissance der Atomenergie“ finde auch international nicht statt. Seit langem gehe die Zahl der weltweit betriebenen AKW zurück. Aus Altersgründen stünden in den kommenden Jahren weitere Stilllegungen an. Wollte man die Zahl der Atomkraftwerke überhaupt konstant halten, müssten in kurzer Zeit viele neue Reaktoren gebaut werden. Dafür gebe es u. a. aus ökonomischen Gründen keine Planungen. Mit ihrem Anteil von unter drei Prozent spiele die Atomenergie im globalen Energiemix außerdem nur eine geringe Rolle. Wollte man diesen Anteil massiv steigern, würden auch die Uranvorkommen schnell zur Neige gehen.

In der EU gebe es lediglich zwei Neubaustellen von Atomkraftwerken, eine in Frankreich und eine in Finnland. Demgegenüber seien allein 2006 europaweit acht Reaktoren stillgelegt worden. Zwar plädiere die britische Regierung inzwischen für neue AKW in Großbritannien. Entscheidend sei jedoch, ob staatliche Zuschüsse dafür genehmigt würden. Geschehe dies nicht, werde sich vermutlich auch kein Investor finden.

„Laufzeitverlängerungen oder gar neue Reaktoren nützen dem Klima nichts. Mit einem extrem hohen finanziellen Aufwand kann mit Atomkraftwerken lediglich ein minimaler Klimaschutzeffekt erzielt werden. Anstatt der Atomkraft Absolution zu erteilen, sollte Ex-Minister Clement die Wirtschafts- und Klimadaten zur Kenntnis nehmen. Und die sprechen eine klare Sprache: Mit der Atomenergie lässt sich das Klima nicht retten“, sagte Backhaus.

So würden zehn neue Atomkraftwerke in Großbritannien den CO2-Ausstoß des Landes lediglich um vier Prozent reduzieren. „Mehr Klimaschutz ist mit erneuerbaren Energien oder mehr Energieeffizienz deutlich kostengünstiger zu haben. Hinzu kommen die ungelösten Fragen der Entsorgung des Atommülls und die permanenten Risiken der Atomenergie auch im Normalbetrieb, die erst kürzlich mit dem Nachweis erhöhter Kinderkrebsraten im Umfeld von Atomkraftwerken deutlich geworden sind. Ein Weiterbetrieb der Atomreaktoren ist aus vielen Gründen nicht verantwortbar, deshalb müssen sie sofort vom Netz“, sagte Backhaus.

Pressekontakt: Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 030-27586-421 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -449, Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net




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Titelseite des Jahresberichtes 2006, Wildkatze als Titelbild

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