8. November 2007
Mehrheit ist für Tempolimit. SPD-Parlamentarier dürfen nicht gegen Basis agieren
Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die SPD-Abgeordneten des Deutschen Bundestags aufgefordert, morgen für die vorliegenden Anträge für ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen zu stimmen. Auf ihrem Parteitag habe die SPD-Fraktion dafür einen eindeutigen Auftrag von ihrer Basis erhalten. Wenn die Abgeordneten diesem nicht folgten, würde die SPD insgesamt in Sachen Klimaschutz ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen.
Gerhard Timm, BUND-Geschäftsführer: „Die Entscheidung der SPD-Abgeordneten darf nicht davon abhängen, dass Frau Nahles oder andere Mitglieder der SPD-Führungsriege auf der Autobahn weiter Gas geben wollen. Sowohl Mehrheiten der SPD-Delegierten wie auch der Bürgerinnen und Bürger wollen das Tempolimit. Sie haben nicht nur erkannt, dass die Raserei der einen Autofahrer die Sicherheit der anderen gefährdet. Sie sind auch bereit, für den Umwelt- und Klimaschutz den Fuß vom Gas zu nehmen.“
Ab einem Tempo von 120 km/h steige der CO2-Ausstoß von Autos exponentiell an. Zurzeit betrage der CO2-Ausstoß des Pkw-Verkehrs in Deutschland jährlich etwa 110 Millionen Tonnen. Ein Tempolimit würde die Pkw-Emissionen um rund 10 Prozent reduzieren. Die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Autobahnen würde sich um etwa 150 pro Jahr verringern.
Timm: „Ein Tempolimit hilft nicht nur dem Klima. Die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit kann die Zahl schwerer und tödlicher Unfälle um rund ein Drittel verringern.“ Hinzu kämen positive Wirkungen auf den Verkehrsfluss und die Neuausrichtung der Verkehrsinvestitionen. Gleichmäßigere Fahrtgeschwindigkeiten würden die Durchlässigkeit des Straßennetzes außerdem verbessern. Der Zwang zum Ausbau würde vielerorts entfallen, Milliardenbeträge könnten so gespart werden. Die Autoindustrie würde zudem stärker motiviert, leichtere, sparsame und weniger hochgezüchtete Fahrzeuge zu bauen. Derzeit wiesen die von Audi, BMW, Porsche und Mercedes hergestellten Neuwagen im Durchschnitt Spitzengeschwindigkeiten von rund 230 km/h auf.
Pressekontakt: Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte, Tel. 030-27586-435 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net