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25. August 2002

Johannesburger Weltgipfel muss Zeichen setzen. BUND fordert Ausbau erneuerbarer Energien und Armutsbekämpfung -  

Die Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­land (BUND), Angelika Zahrnt, hat an die Teilnehmer des morgen beginnenden Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg appelliert, ein weitreichendes Weltumweltschutz-Programm zu verabschieden.

Angesichts einer deutlichen Zunahme globaler Klimaextreme und Wetterkatastrophen müssten die Teilnehmerstaaten eine Erhöhung des weltweiten Anteils nachhaltiger erneuerbarer Energien auf mindestens zehn Prozent bis 2010 beschließen. Deutschland könne dabei eine wichtige Vorreiterrolle spielen, indem es sich verpflichte, den Anteil regenerativer Energien von heute sechs auf 25 Prozent bis 2015 zu steigern und seine Klimagase bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren.

Dr. Angelika Zahrnt: BUND-Bundesvorsitzende: „Zehn Jahre nach dem Weltumweltgipfel von Rio sind Taten gefragt. Auch wenn sich einige Hauptverursacher der globalen Umweltprobleme noch verweigern, die internationale Staatengemeinschaft muss in den kommenden Tagen beherzte Schritte hin zu einer nachhaltigen Entwicklung und zu mehr Klimaschutz gehen. Nur gemeinsam kann der blaue Planet Erde vor der Umweltzerstörung bewahrt werden.“

Weltweit zwei Milliarden Menschen, die bislang nicht über Elektrizität verfügten, sollten nach BUND-Auffassung mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Oberste Priorität habe auch die Armutsbekämpfung in der Welt. Die deutsche Entwicklungs­hilfe solle deshalb bis 2007 mindestens auf die versprochenen 0,7 Prozent des Bruttosozial­produktes angehoben werden. Die Industriestaaten hätten zudem die Pflicht, sogenannte „ökologische Schulden“ gegenüber den Entwicklungsländern anzuerkennen. Schließlich basiere ihr Reichtum zu einem Großteil auf der Rohstoffausbeutung und Umweltzerstörung in diesen Ländern. Beim Thema Handel solle Deutschland auch die Anliegen der Entwicklungsländer unterstützen, damit der Gipfel nicht am Streit über die Handelspolitik scheitere.

In Johannesburg sollte auch der weltweite Ausbau einer flächendeckenden, preiswerten und nicht privatisieren Wasserversorgung beschlossen werden. Um die Ernährung der Menschheit nachhaltig zu sichern, müsse der ökologische Landbau massiv gefördert und die Freisetzung genmanipulierter Pflanzen und Tiere beendet werden. Die Staaten sollten sich in Johannesburg außerdem verpflichten den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen.

Der BUND hat gemeinsam mit seinen Partnern von Friends of the Earth International unter der Überschrift „Don`t let big business rule the world“ weltweit Forderungen für Johannesburg gesammelt. Die Kampagne gipfelt in einer Aktion am 1. September am Tagungsort, bei der einem „Konzern-Goliath“ Tausende „Davids“ gegenüber stehen, um von global tätigen Wirtschaftsunternehmen mehr ökologische und soziale Verantwortung einzufordern. In Johannesburg müsse ein neues Abkommen über weltweit gültige Regeln für global agierende Konzerne auf den Weg gebracht werden.

Informationen zur Johannesburg-Kampagne von BUND und Friends of the Earth unter www.rio-plus-10.org

Bei Rückfragen: Daniel Mittler in Johannesburg: Tel. +27 72 4015394 bzw. BUND-Presse­stelle/Rüdiger Rosenthal, Tel: 030-27586-425, Fax: -449, mobil: 0171-8311051, e-mail: presse@bund.net

Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International: www.foei.org




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