BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


7. Mai 2004

„Grünes Band" sichern - BUND demonstriert bei Länderumweltministerkonferenz

Am Rande der 62. Umweltministerkonferenz demonstrierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute für die Einrichtung weiterer Schutzgebiete an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Aktivisten der Umweltorganisation hängten ein 7 Meter hohes grünes Transparent mit bunten Kinderzeichnungen vor das Konferenzhotel, auf dem „Grünes Band sichern - Schützt die Natur an früherer Grenze!" zu lesen war.

Die Umweltminister berieten in Bad Wildungen u.a. auch über den 1400 Kilometer langen Biotop-Verbund am früheren deutsch-deutschen Grenzstreifen. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit konnten sich dort viele seltene Tiere und Pflanzen erhalten. Die Länder sind zur Übernahme der schützenswerten Flächen in diesem Gebiet zwar prinzipiell bereit, müssen dabei jedoch noch einige Hürden überwinden.

BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm sagte in Bad Wildungen: „Die Idee des Grünen Bandes steht kurz vor dem Durchbruch: Die Bundesregierung will diese schützenswerten Flächen kostenlos abgeben und die betroffenen Länder stimmen dem zu. Erforderlich sind jetzt dringend Regierungsbeschlüsse aller beteiligten Länder zur Übernahme der Flächen. Dabei muss sichergestellt werden, dass ihre Nutzung ausschließlich für Naturschutzzwecke und das Grüne Band erfolgt. Entscheidend für die Funktion des Biotop-Verbundes ist auch, dass tatsächlich alle Bundesflächen im Grünen Band unentgeltlich übertragen werden. Vom Bundesumweltministerium erwarten wir Unterstützung für dieses Anliegen der Länder."

Mit einem Anteil von rund 65 Prozent ist die Bundesregierung bislang größter Flächenbesitzer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Mit der Übertragung aller Bundesflächen an die Länder könnten mit einem Schlag 11500 Hektar des „Grünen Bandes" gesichert werden. Das entspricht der Größe der Nationalparke Jasmund auf Rügen und der Sächsischen Schweiz zusammengenommen.

Im "Grünen Band" leben mehr als 600 gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die auf der sogenannten "Roten Liste" stehen. Fünfzehn Jahre nach der Grenzöffnung ist dieser längste Biotopverbund Mitteleuropas vor allem durch landwirtschaftliche Nutzung, Landverkäufe und Autobahnprojekte gefährdet. Auf 200 Kilometer Länge sind Teile davon bereits durch illegale Beackerung oder das Anlegen von Intensivgrünflächen schwer beeinträchtigt oder zerstört.

Unmittelbar nach dem Grenzfall 1989 hatten DDR-Naturschützer und der BUND die Idee zum „Grünen Band". 1995 wurde das Projekt vom Bundespräsidenten Roman Herzog als modellhaftes Naturschutzprojekt ausgezeichnet. Schirmherr für das „Grüne Band" ist der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow.

Inzwischen gibt es bereits Pläne, das „Grüne Band" entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhangs" von Finnland bis zum Schwarzen Meer auszuweiten. Rund 22 000 Spender unterstützen bereits die Pläne für einen Erwerb von Flächen entlang des "Grünen Bandes" durch den BUND.

Pressekontakt: BUND-Projektbüro „Grünes Band" / Liana Geidezis, Tel. 0911-81878-17 bzw. Rüdiger Rosenthal / BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Mobil: 0171-8311051, Fax: -449; E-Mail: presse@bund.net


Quelle: http://www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/gruenes-band-sichern-bund-demonstriert-bei-laenderumweltministerkonferenz/