BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


13. Mai 2005

Globaler Klimaschutz wird in Bonn verhandelt. Ausweitung des Kyoto-Protokolls erforderlich

Die Erweiterung der internationalen Klimaschutzverträge hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert. Bei der am Pfingstmontag in Bonn beginnenden Tagung der Mitgliedsstaaten der UN-Klimakonvention (UNFCCC) müsse die ambitionierte Fortführung des Kyoto-Protokolls nach dem Jahr 2012 vereinbart werden.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Um den Klimawandel zu stoppen, müssen die Staaten der Welt das bisher Vereinbarte umsetzen und künftig weit mehr tun. Die Hauptverantwortung liegt bei den Industrieländern. Sie müssen bis 2050 eine Reduzierung ihrer Treibhausgase um etwa achtzig Prozent erreichen. Zugleich müssen sie jenen ärmeren Ländern helfen, die besonders hart vom Klimawandel betroffen sind. Und auch Schwellenländer wie China oder Indien müssen beim Schutz des Weltklimas mitmachen.“

Damit dies geschehe, dürften die Industriestaaten ihre CO2-Minderungszziele aus dem Kyoto-Protokoll auf keinen Fall aufgeben. Die meisten Staaten würden diese Ziele jedoch verfehlen, wenn sie ihre Anstrengungen nicht verstärkten. Darunter seien auch große Industrieländer wie Japan, Frankreich oder Kanada. Die Glaubwürdigkeit der gesamten Klimapolitik stehe auf dem Spiel.

Timm: „Wenn Ende diesen Jahres in Kanada die erste Nachfolgekonferenz seit Inkrafttreten des globalen Klimaschutzabkommens stattfindet, muss Substanzielles auf den Tisch. Dafür werden in Bonn jetzt die Weichen gestellt. Deutschland muss seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz verteidigen, indem es seine Hausaufgaben macht und ein ehrgeiziges nationales Klimaschutzprogramm auflegt. Dazu gehören der entschlossene Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und die Steigerung der Stromeffizienz.“

Der BUND will am Montagvormittag in Bonn vor dem Tagungsgebäude demonstrieren. Bundesumweltminister Jürgen Trittin wird die Botschaft einer Pinguingruppe für mehr Klimaschutz entgegennehmen.

Zu den Bonner Klimaverhandlungen ist im Internet ein BUND-Hintergrundpapier erhältlich unter: http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/postkyoto1.pdf

Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International, dem weltweit größten basisdemokratischen Netzwerk von Umweltorganisationen.

Pressekontakt: Ab Sonntag in Bonn/Markus Steigenberger/BUND-Klimaexperte (Mobil vor Ort: 0173-9234747), Tel. 030-27586-468 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -449, mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net


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