21. Januar 2004
Gerechte Globalisierung braucht verbindliche Regeln für Konzerne. BUND fordert Initiativen für mehr Unternehmensverantwortung
Die Bundesregierung müsse dringend neue Initiativen ergreifen, um international mehr Unternehmensverantwortung durchzusetzen. Umwelt- und Gesundheitsschutz müssten Vorrang vor einseitigen Wirtschaftinteressen erhalten. Das forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Abschluss des Weltsozialforums in Mumbai (Indien) und zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz). Von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clements Auftritt in Davos erwartet der BUND konkrete Vorschläge, wie die Bundesregierung die Globalisierung gerechter gestalten werde.
Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: "Die Bundesregierung kann nicht in Mumbai das hohe Lied auf eine bessere Welt anstimmen, während sie zu Hause die Großkonzerne hofiert. Kanzler Schröder verscherbelt eine Atomfabrik nach China und blockiert eine wirksame Reform der EU-Chemikalienpolitik zum Schutz der Verbraucher. Wirtschaftsminister Clement und Forschungsministerin Bulmahn verhalten sich beim neuen Gentechnikgesetz wie Wegbereiter der Biotech-Industrie. Siemens, BASF und Bayer stehen ihnen zur Zeit näher als der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Natur."
Deutschland solle eine internationale Konferenz zur globalen Unternehmensverantwortung ausrichten. So könnten die Verhandlungen über eine entsprechende UN-Konvention vorangetrieben werden. Bereits auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 sei die Entwicklung globaler Regeln für international agierende Konzerne beschlossen worden. Seitdem sei jedoch nichts geschehen.
Der BUND und sein Dachverband "Friends of the Earth International" hat beim Weltsozialforum in Mumbai rund zwanzig Seminare zu den Themen Umwelt und Globalisierung durchgeführt. In Davos wird der Umweltverband mit einem 5 Meter großen "Konzerngiganten" für mehr Unternehmensverantwortung demonstrieren. Friends of the Earth International beteiligt sich außerdem an "Public Eye on Davos", der Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsgipfel. Themenschwerpunkt sind Unternehmensverantwortung und -haftung.
Der BUND-Hintergrund "Natur in der Defensive" belegt an 22 Beispielen wie Konzerne weltweit Menschen und Umwelt gefährden: http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/natur_defensive.pdf Ein Hintergundpapier zur geforderten UN Konvention für Unternehmensverantwortung steht im Netz unter: http://www.foei.org/corporates/towards.html
Bei Rückfragen: In Bombay: Sven Giegold (BUND-Vertreter im Attac-Koordinationsrat) 0091-98-70456683; in Berlin, Daniel Mittler (BUND-Experte für Internationales), 0173 923 4747; in Davos Miriam Behrens (Friends of the Earth Schweiz), +41 79 2160206 BUND-Pressestelle, Philipp Prein, Tel: 030-27586-464/-489, Fax: -449, mobil: 0151-11656734, E-Mail: presse@bund.net
Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International: www.foei.org