18. Mai 2004
EU-Gentech-Moratorium soll fallen. BT11-Mais der Schweizer Firma Syngenta gefährdet Verbraucher und Landwirtschaft
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die für morgen angekündigte Verkaufszulassung des BT11-Maises der Firma Syngenta seitens der EU-Kommission scharf verurteilt. Der gentechnisch veränderte Süßmais sei nicht umfassend getestet worden. Untersuchungen über mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher und die Landwirtschaft lägen nicht vor.
Gefahren für Mensch und Umwelt seien deshalb nicht auszuschließen. Zudem sei bei der Zulassung die Tatsache unbeabsichtigter Genveränderungen unberücksichtigt geblieben. BT11 enthalte Erbsubstanzen, die keine natürlichen Bestandteile des Maises seien.
Doris Tropper, stellvertretende BUND-Vorsitzende: „Dem Süßmais wurden Gene implantiert, die in der Pflanze Insektengifte produzieren. Es existieren jedoch keine umfassenden toxikologischen Untersuchungen dieser Gentech-Pflanze. Tests wurden lediglich mit isolierten Eiweißen über kurze Zeiträume durchgeführt. Risiken wie Allergien oder Beeinträchtigungen des Immunsystems beim Menschen wurden überhaupt nicht geprüft."
Gentechnisch veränderte Organismen dürften nach der seit dem 18. April geltenden Food-Feed-Verordnung nur zugelassen werden, wenn eine „den höchstmöglichen Anforderungen standhaltende wissenschaftliche Bewertung aller damit verbundenen Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier durchgeführt" worden sei.
Eine solche Bewertung gebe es im Falle des BT11-Maises nicht. Hauptgrund für die Entscheidung der EU-Kommission für eine Verkaufszulassung des BT11-Maises sei der starke Druck amerikanischer Gentech-Konzerne innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO).
Seit 1998 waren in der EU keine Genehmigungen mehr zur Einfuhr und zum Anbau von Gentech-Pflanzen erteilt worden. Mehr als zwanzig solcher GVO-Produkte warten derzeit auf ihre EU-Zulassung, die Hälfte davon sind zum kommerziellen Anbau vorgesehen.
Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnik-Expertin, Tel 030-27586-456 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net