5. Dezember 2005
„Deutschland, Du bist Klimaschutz!“/ BUND bringt 1000 Foto-Botschaften nach Montreal

Staatssekretär Rainer Baake und Angelika Zahrnt
Der BUND hat die Bundesregierung aufgefordert, bei ihren Bemühungen zur Senkung der klimawirksamen Treibhausgase nicht nachzulassen. Deutschland müsse sich anstrengen, bis 2012 sein Kyoto-Minderungsziel von minus 21 Prozent gegenüber 1990 tatsächlich zu erreichen. Dazu müssten noch mindestens 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. In den letzten Jahren stagniere jedoch der Ausstoß von Treibhausgasen auf einem zu hohen Niveau.
Bei einer Kundgebung vor dem Bundesumweltministerium stellte die Umweltorganisation mehr als 1000 Großfotos von Bürgerinnen und Bürgern aus, die bei einer Klima-Informationstour durch 27 Städte aufgenommen worden waren. Die Fotografierten fordern mit Slogans wie „Fossile ins Museum“, „Klimaschutz ist machbar, Herr Nachbar“ oder „Wir wollen nicht im Treibhaus leben“ verstärkte Anstrengungen zum Schutz des Klimas. Die Fotosammlung wird Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am kommenden Mittwoch in Montreal in Kanada beim Weltklimagipfel übergeben.
Unter dem Motto "Deutschland, Du bist Klimaschutz!" zogen mehrere Dutzend BUND-Aktivisten im Anschluss an die Kundgebung mit einem „mobilen Treibhaus“ vom Bundesumweltministerium am Alexanderplatz zur Straße Unter den Linden in die Nähe der amerikanischen Botschaft. Dazu sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt: „Um den Klimawandel zu stoppen, müssen die Staaten der Welt das in Kyoto gemeinsam Vereinbarte umsetzen und künftig noch mehr tun. Dabei liegt die Hauptverantwortung bei den reicheren Staaten, das müssen auch Länder wie die USA und Australien endlich begreifen. Bis 2050 müssen die Industriestaaten eine Reduzierung ihrer Treibhausgase um achtzig Prozent schaffen. Zugleich müssen sie jenen ärmeren Ländern helfen, die besonders hart vom Klimawandel betroffen sind. Und auch Schwellenländer wie China und Indien müssen beim Schutz des Weltklimas mitmachen.“
Auf der noch diese Woche stattfindenden Montrealer Klimaschutzkonferenz müsse eine ambitionierte Fortführung des Kyoto-Protokolls für die Zeit nach 2012 vereinbart werden. Deutschland müsse dabei weiterhin eine Vorreiterrolle übernehmen. Wenn diese aufgegeben werde, bestehe die Gefahr, dass auch andere Länder in ihren Bemühungen zur Senkung der Treibhausgase nachließen.
Ein BUND-Hintergrundpapier zu Montreal finden Sie unter diesem Link im Internet.
Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International, dem weltweit größten Netzwerk von Umweltorganisationen.
Pressekontakt: Ab Samstag in Montreal: Markus Steigenberger/BUND-Klimaexperte (Mobil vor Ort: 001-5145785619) bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -449, Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net.
Sie möchten regelmäßig und automatisch die Pressemitteilungen des BUND-Bundesverbandes erhalten? Pressemitteilungen abonnieren.