BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


16. Juli 2003

Bundesregierung sichert Natur im Grünen Band. BUND: Bundesländer müssen nachziehen

Auch der Fischotter fühlt sich im Grünen Band zu Hause.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, ihre Flächen auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen unentgeltlich den Ländern zu übertragen. Betroffen sind zwei Drittel der Gesamtfläche des so genannten Grünen Bandes. Damit setze die Bundesregierung den Koalitionsvertrag um und schaffe die entscheidende Grundlage für den Schutz des Grünen Bandes. Hätte die Bundesregierung die bislang bundeseigenen Flächen an private Investoren verkauft, wäre die einmalige Vielfalt dieses Naturraums rasch zerstört worden.

Dr. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND: „Dies ist einer der größten und schönsten Erfolge für den Naturschutz in Deutschland und für die Arbeit des BUND. Seit dem Fall der Mauer haben wir uns dafür eingesetzt, dass das Grüne Band erhalten bleibt. Jetzt sind die Bundesländer gefragt, die Steilvorlage der Bundesregierung aufzunehmen und diese einzigartige Perlenkette wertvollster Biotope für die Zukunft zu sichern.“

Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern, für das BUND-Projektbüro Grünes Band: „Wir danken nachdrücklich Umweltminister Jürgen Trittin für seinen persönlichen Einsatz, der die Voraussetzung für die historische Entscheidung der Übertragung der Bundesflächen war.“

Trittin gab den Beschluss gestern auf einer internationalen Tagung des Bundesamts für Naturschutz in Bonn bekannt. Bundesfinanzminister Hans Eichel habe ihm zugesagt, dass die Flächen an die Bundesländer übertragen werden könnten.

In einer Studie hatte der BUND im vergangenen Jahr den hohen naturschutzfachlichen Wert des knapp 1400 km langen Grünen Bandes dokumentiert. Demnach sind noch rund 85 Prozent der Fläche intakt, das heißt nicht durch Landwirtschaft oder Verkehrswege zerstört. Knapp die Hälfte der Fläche besteht aus Biotoptypen, die von der Roten Liste als gefährdet eingestuft werden, darunter Halbtrockenrasen, Zweigstrauchheiden und orchideenreiche Buchenwälder. In diesen Biotopen haben zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf gefunden, vom Frauenschuh über den Eisvogel bis zum Fischotter.

Mehr zum Grünen Band unter: http://www.dasgrueneband.info/

Bei Rückfragen: Philipp Prein, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464, Fax: -449 (Mobil: 0151-11656734), E-Mail: presse@bund.net


Quelle: http://www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/bundesregierung-sichert-natur-im-gruenen-band-bund-bundeslaender-muessen-nachziehen/