11. Juli 2005
BUND zu Unions-Wahlprogramm: Umwelt und Gesundheit kommen unter die Räder
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das CDU/CSU-Wahlprogramm als einen großen Schritt Rückwärts für den Natur- und Umweltschutz kritisiert. Die Spitzen von CDU/CSU wollen zurück ins Atomzeitalter. Sie wollen freie Fahrt für die Gentechnik in der Landwirtschaft und mehr Beton statt umweltverträglicher Mobilität im Verkehr. CDU/CSU wollen Umweltstandards senken und den Schutz der Verbraucherinnen wirtschaftlichen Interessen unterordnen.
Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: "Bei Frau Merkels "Vorfahrt für Arbeit" kommt der Umwelt- und Gesundheitsschutz unter die Räder. Verlängerte Laufzeiten für Atomkraftwerke belasten künftige Generationen mit noch mehr Atommüll und bedeuten ein weiteres Hinausschieben der wichtigen Energiewende. Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängern heißt die atomaren Risiken verlängern. Ein Durchbruch der Gentechnik auf den Äckern würde den Verbrauchern die Möglichkeit nehmen zu entscheiden, ob sie sich gentechnikfrei ernähren wollen oder nicht. Gentechnikfreiheit würde unter CDU/CSU der Vergangenheit angehören."
In der Landwirtschaftspolitik setze CDU/CSU auf "Masse statt Klasse", blockiere Reformen und stelle Wirtschaftsinteressen über den Natur-, Tier- und Verbraucherschutz. In der Verkehrspolitik würden mit dem Plädoyer für den Transrapid Fehlinvestitionen in Milliardenhöhe angekündigt. In der Chemiepolitik wolle die Union nicht mehr, sondern weniger Schutz vor chemischen Giftstoffen. Unter dem Schlagwort Bürokratieabbau sollen Umweltstandards gesenkt und das Verbandsklagerecht bei Planungsverfahren abgeschafft werden.
Zahrnt: „Die Union spricht in ihrem Programm viel von Zukunft. Ihre Vorschläge weisen jedoch in die Vergangenheit. Natur- und Umweltschutz ist kein Luxus, auf den man in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verzichten kann. Weniger Natur- und Umweltschutz bringt nicht mehr Arbeitplätze, sondern bedroht unsere Gesundheit und die Zukunft künftiger Generationen."
Pressekontakt: Almut Gaude, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-464, Mobil: 0163-6079090, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net