BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


16. Mai 2008

Wälder weltweit schützen / BUND bei der UN-Naturschutzkonferenz

Berlin/Bonn: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die ab Montag in Bonn beratenden Vertragsstaaten der UN-Biodiversitäts-Konvention aufgefordert, endlich konkrete Programme zur Einrichtung und Finanzierung von Schutzgebieten sowie Maßnahmen für einen gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung von Arten und für die stärkere Verknüpfung von Klima- und Biodiversitäts­schutz zu beschließen.

Vordringliche Aufgabe der Konferenzteilnehmer sei zudem die Sicherung der letzten Urwaldgebiete. Trotz Verabschiedung der Biodiversitäts-Konvention im Jahre 1992 sei seitdem die Abholzungsrate der letzten natürlichen Wälder in alarmierendem Umfang kontinuierlich gestiegen. „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um die Ziele der Konvention auch umzusetzen und die letzten artenreichen Wälder tatsächlich zu erhalten“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Die Vertragsstaaten müssen sich in Bonn dazu verpflichten, artenreiche Waldgebiete im Rahmen der Life-Web-Initiative für ein weltweites Schutzgebietsnetz auszuwählen und von der wirtschaftlichen Nutzung auszunehmen. Die Industrieländer müssen den Ländern des Südens die nötigen Finanzmittel zur Verfügung stellen, um die Gebiete zu sichern und zu unterhalten.“

Der dramatische Rückgang der Urwälder sei auch Folge illegalen Einschlags und illegaler Holzimporte unter anderem nach Europa. Dies müsse durch klare Herkunftsnachweise und eine transparente Handelskette unterbunden werden. Weiger forderte die Bundesregierung außerdem auf, in Deutschland ein nationales Buchenwaldprogramm zu verabschieden und bis spätestens 2010 ein Zehntel der Waldfläche von der wirtschaftlichen Nutzung auszunehmen. Ein Viertel der Buchenwälder weltweit befänden sich in Deutschland. Deshalb trage die Bundesregierung für deren Erhalt eine besondere Verantwortung. Aktuell seien nur 0,4 Prozent der Buchenwälder ungenutzt.

Pressekontakt auf der UN-Naturschutzkonferenz:

Der BUND wird die UN-Konferenz vor Ort begleiten und kommentieren. BUND-Experten stehen Ihnen gerne für Interviews zur Verfügung:

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender und Ulrike Mehl, stellv. BUND-Vorsitzende, beide erreichbar über die BUND-Pressestelle, Tel. 03 0 / 2 75 86 - 425, Rüdiger Rosenthal: Mobil 0 17 1 / 8 31 10 51  bzw. Katrin Riegger: Mobil 01 57 / 71 33 57 96

BUND-Naturschutzexperte: Friedrich Wulf, Mobil 01 73 / 9 23 47 47

BUND-Expertin für Agrosprit, Biodiversität & Landwirtschaft: Reinhild Benning, Mobil 01 76 / 65 09 83 41

BUND-Naturschutzprojekte (Grünes Band, Wildkatzenwegeplan u. a.): Mark Hörstermann, Mobil 0 17 2 / 4 52 29 50 und Heidrun Heidecke, Expertin für BUND-Naturschutzprojekte: Mobil 0 17 3 / 6 06 26 66

Meena Raman, Vorsitzende von Friends of the Earth International und Isaac Rojas, FoE Costa Rica, Wald- und Biodiversitäts-Experte, (Interviews auf Englisch), erreichbar über Antje von Broock, BUND-Expertin für Internationale Umweltpolitik: Mobil 0 17 3 / 6 07 16 01

 


Quelle: http://www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/bund-geltendes-atomrecht-verlangt-sofortige-stilllegung-der-atomkraftwerke-9/