BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


22. November 2005

BUND fordert Moratorium für Castortransporte. Merkel-Regierung muss neue Suche nach Atomend­lager starten

Nach dem Castortransport nach Gorleben hat der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND) ein Moratorium für weitere Atomtransporte gefordert. Diese dürften erst wieder stattfinden, wenn ein Atommüllendlager gefunden worden sei. Es sei unsinnig, in den nächsten zehn Jahren noch rund 100 Castoren nach Gorleben zu bringen, wenn laut Koalitions­vertrag die neue Bundesre­gierung in vier Jahren die Endlagerfrage gelöst haben wolle. Dabei könne nach Ansicht des BUND nur ein anderer Standort als Gorleben heraus­kommen. Dorthin müsste der gefährliche Atommüll dann erneut transportiert werden.

Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand: „Die ergebnisoffene und sorgfäl­tige Suche nach einem Endlager duldet keinen Aufschub. Dabei ist unter mehreren Standorten der am Besten geeignete zu finden. Vor allem aber kommt es darauf an, die tägliche Produktion neuen Atommülls sofort zu stoppen und die Atomkraftwerke abzuschalten.“

Bundeskanz­lerin Angela Merkel müsse sich der Tatsache stellen, dass es für den Betrieb von Atom­kraft­­werken keine Grund­lage gebe. Nur ein Gesetzestrick erlaube es den Stromkon­zernen, die Reaktoren weiter zu betreiben, indem Zwischenlager wie Gorleben als Entsorgungs­nach­weis dienten. So werde die Öffentlichkeit über das Fehlen eines Endlagers hinwegge­täuscht.

Die kürzlich vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffent­lichten Ergebnisse zur End­lager­­suche ließen den Schluss zu, dass der Salzstock in Gorleben als Standort für ein Atomend­lager ungeeignet ist. Weder könne das Gorlebener Salz als bestes Grubenmate­rial angesehen werden, noch habe bei der Auswahl dieses Standortes ein Vergleich mit anderen potentiell geeigneten Orten in Deutschland stattgefunden. Deshalb dürfe sich die schwarz-rote Regierung nicht auf Gorleben als Endlagerstandort festlegen.

Rund 200 000 Kubikmeter radioaktiver Abfall aus drei Jahrzehnten Atomkraftwerks­be­trieb warte­ten bereits auf ihre Endlagerung. Diese Menge vergrößere sich bis 2021 auf 330 000 Kubikmeter, wenn der zwischen der rot-grünen Bundesregierung und den Energiever­sor­gern verab­redete Plan zur sukzessiven Stilllegung der Atomkraftwerke Realität werde.

Pressekontakt: Thorben Becker, BUND-Atomexperte, Tel. 030-27586-425 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/489, Fax: -449, E-Mail: presse@bund.net

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Quelle: http://www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/bund-fordert-moratorium-fuer-castortransporte-merkel-regierung-muss-neue-suche-nach-atomendlager/