13. Februar 2004
BUND will konzertierte Aktion Klimaschutz. Bundesregierung darf 25-Prozent-Reduktions-Ziel nicht aufgeben
Eine konzertierte Aktion für mehr Klimaschutz hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute gefordert. Für die Erreichung des Ziels, die nationalen CO2-Emissionen bis 2005 um 25 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, werde die Zeit knapp. Das Bundesumweltministerium veranstalte zwar wie an diesem Wochenende lobenswerte Kongresse zum Klimaschutz. Hinter vorgehaltener Hand habe sich Umweltminister Trittin aber bereits vom deutschen Klimaschutzziel verabschiedet. Da die Bundesregierung das 25-Prozent-Minderungsziel überhaupt nicht mehr erwähne, müssten nun die Branchenvertreter der Erneuerbaren Energien und die Umweltverbände den politischen Druck auf die Blockierer des Klimaschutzes erhöhen.
Auch die deutsche Industrie habe inzwischen eingeräumt, dass sie ihre Treibhausgas-Emissionen in den zurückliegenden Jahren entgegen ursprünglicher Versprechungen nicht reduziert sondern erhöht habe. Defizite gebe es vor allem in den Bereichen Energieeffizienz, beim Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und bei Energiesparmaßnahmen. So habe die Industrie bis 2005 zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid durch Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen einsparen wollen. Hier werde noch zu wenig getan.
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: „Vor zwei Jahren hatte die Bundesregierung in ihrem Nachhaltigkeitsbericht noch festgeschrieben, die Kohlendioxidemissionen in Deutschland bis 2005 um ein Viertel zu senken. Inzwischen ist diese Aussage aus dem Sprachschatz aller Regierungsmitglieder verschwunden. Anstatt dieses Ziel totzuschweigen, muss Bundeskanzler Schröder es offensiv vertreten. Der Genosse der Bosse muss mit seinen Freunden von der Industrie Tacheles reden und die Einlösung ihrer Versprechen einfordern."
Neben den Kohlendioxideinsparungen im Energiesektor müsse vor allem im Verkehrsbereich gehandelt werden. Der Straßen- und Flugverkehr sei inzwischen eine der größten Klimagefahren. Mehr als zwanzig Prozent der CO2-Emissionen entstünden hier. Erforderliche Gegenmaßnahmen seien Verkehrsvermeidung, die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel, die Verlagerung von Güterverkehren auf die Schiene, ein Abbau der Subventionen für den Flugverkehr und die Senkung der Mehrwertsteuer für Bahntickets auf sieben Prozent.
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