BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


4. Dezember 2003

Aufbau der Atomfabrik Hanau in China ist kein Beitrag zum Atomausstieg. Export muss versagt werden

Professor Klaus Traube, Atomexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­land (BUND) widerspricht Darstellungen, die Atomfabrik Hanau sei nach einer Inbetrieb­nahme in China nicht militärisch nutzbar. Der Atomwissenschaftler erklärte, dass die Anlage ein Baustein zur Gewinnung waffenfähigen Plutoniums sein könne. Sie diene zur Herstellung sogenannter Mischoxid-Brenn­ele­mente (MOX), die in Atomkraftwerken vom Typ Schneller Brüter eingesetzt werden könnten und dann zusätzliches, militärisch verwendbares Plutonium erbrüteten.

Traube: „In Deutschland wurde das Projekt Schneller Brüter auch deshalb beerdigt, weil das in solchen Reaktoren anfallende hochgiftige Plutonium in vielfacher Hinsicht ein Sicherheitsrisiko darstellt. China hat vor, in die Schnelle-Brüter-Technik einzusteigen und damit erhöht sich auch das Risiko eines militärischen Missbrauchs. Deutschland darf nicht dazu beitragen, nur weil Siemens ein Geschäft machen will. Die Bundesregierung muss die Ausfuhr der Atomfabrik Hanau untersagen, nur so kann sie in dieser Angelegenheit ihre Glaubwürdigkeit bewahren.“

Der Export der Hanauer Atomanlage sei auch nicht der optimale Weg zur Entsorgung von bereits vorhandenem Plutonium, wie es Bundeskanzler Gerhard Schröder darstelle. Um das chinesische Plutonium zu `entschärfen´ gebe es weniger risikoreiche Möglichkeiten wie eine Verglasung oder Keramisierung des Materials in Kokillen. Diese könnten dann endgelagert werden. Der Plutoniumkreislauf wäre so durchbrochen. In den USA würden auf diese Weise große Mengen von Plutonium dem Kreislauf entzogen. China jedoch scheine eher daran interessiert.

Weitere Informationen: Walter Jungbauer, BUND-Energiereferent, Tel. 030-27586-421 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489 (0171-8311051), , Fax: -449; E-Mail: presse@bund.net


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