BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


1. April 2006

APRIL, APRIL! Gestrige Taufe der Gentomate „Angie“ war Protest des BUND gegen den Einsatz der Kanzlerin für Gentech-Pflanzen und Genfood

MitarbeiterInnen des BUND bei der fingierten Taufe einer gentechnisch veränderten Tomatensorte auf den Namen „Angie“ vor dem Bundeskanzleramt

Die gestern veröffentlichte Pressemitteilung einer Initiative „Gentomaten-in-jeden-Garten.de“ war ein umweltpolitischer Aprilscherz des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­­land (BUND). Mit der fingierten Taufe einer gentechnisch veränderten Tomatensorte auf den Namen „Angie“ sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel sich trotz ungeklärter Risiken vehement für die breite Anwendung der Gen­technik in der Landwirtschaft und bei der Lebensmittelproduktion einsetze. Der BUND kritisiere, dass Merkel damit den Forderun­gen der Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut folge, teilte die Umweltor­ga­ni­sation heute mit. Die Saatguthersteller würden hinter den Kulissen auch daran arbeiten, das deutsche Gen­tech­nikgesetz umzuschreiben. Erreicht werden solle vor allem die Aufweichung der Haftungs­­regeln.

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: „Die Gentech-Unternehmen wollen sich der Verantwortung für ihr Tun nicht stellen. Sie scheint lediglich zu interessieren, wie hoch ihre Gewinne sein könnten. Folgeschäden ihrer Produkte soll jedoch die Allgemeinheit ausbaden.“

Nach Umfragen lehnen 80 Prozent der Verbraucher in Deutschland den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft ab, teilte der BUND mit. Auch die versprochenen neuen Arbeitsplätze bringe die Agro-Gentech­nik nicht. Sie bedrohe stattdessen Arbeitsplätze bei gentechnikfrei wirtschaftenden Bauern, deren Produkte nach einer möglichen gentechnischen Verunreinigung unverkäuflich würden. Auch die gesundheitlichen Risiken von Genfood seien weiter ungeklärt. So habe man in Tierversuchen wiederholt Organschäden festge­stellt.

Bundeskanzlerin Merkel müsse die Risiken der Agro-Gentechnik endlich zur Kenntnis nehmen. Sie könne doch nicht ernsthaft wollen, dass morgen eine gentechnisch manipulierte Kartoffel­sorte und übermorgen eine genveränderte Schwarzwurzel nach ihr benannt werde, so der BUND.

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 030-27586-456 bzw. BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal, Tel. 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net


Quelle: http://www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/april-april-gestrige-taufe-der-gentomate-angie-war-protest-des-bund-gegen-den-einsatz-der-ka/